Protest am Brenner
Tausende fordern Ende des Transitverkehrs – Autobahn gesperrt
30.05.2026 – 15:55 UhrLesedauer: 2 Min.
Am Brenner haben Tausende Menschen gegen die Belastung durch den Verkehr demonstriert. Die Strecke war für Transitfahrten gesperrt. So ist die aktuelle Lage.
Tausende Menschen haben am Brenner gegen den massiven Transitverkehr demonstriert und eine Verlagerung des Schwerverkehrs auf die Schiene gefordert. Die Brenner-Autobahn war für Durchfahrten gesperrt. Das befürchtete Verkehrschaos blieb nach Angaben des Autobahnbetreibers Asfinag aus.
Karl Mühlsteiger, Bürgermeister der Gemeinde Gries am Brenner und Initiator der Demonstration, sagte: „So kann es einfach nicht mehr weitergehen.“ Die Schmerzgrenze der Bevölkerung im Wipptal sei erreicht. „Wir kollabieren mittlerweile unter den extremen Abgasen“, sagte Mühlsteiger. Er kündigte an, dass die Bevölkerung auch nach diesem Aktionstag nicht ruhen werde.
Millionen Fahrzeuge im Jahr auf Brenner-Autobahn
Laut Asfinag nutzten 2025 rund 11 Millionen Autos und 2,5 Millionen Lastwagen die mautpflichtige Brenner-Autobahn. Die Strecke gilt damit als meistbefahrene Nord-Süd-Verbindung der Alpen. Nach Berechnungen des Ökologie- und Verkehrsverbands VCÖ fuhren 2025 fast dreimal so viele Lkw über den Brenner wie über alle Schweizer Alpenrouten zusammen.
Asfinag-Sprecher Alexander Holzedl sagte, es sei bis zum Nachmittag „extrem ruhig“ geblieben. Auch auf den Ausweichstrecken habe es kaum Behinderungen gegeben. Die Aufklärungskampagne habe offenkundig gewirkt, schätzte Holzedl ein. In dem Zeitraum der Sperre passieren laut Asfinag normalerweise mehr als 30.000 Fahrzeuge die Mautstellen.
Demo mit Kritik an Deutschland
Auf Schildern bei der Demonstration war Kritik an der verzögerten Planung der Bahn-Zulaufstrecke in Bayern zu sehen. Diese Strecke soll nach der Fertigstellung des Brennerbasistunnels dazu beitragen, den Verkehr von der Autobahn auf die Schiene zu verlagern.
Tirols Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) erklärte laut der österreichischen Nachrichtenagentur APA, er habe die Forderungen der Demonstranten bereits an Wien, Berlin, Rom und Brüssel weitergeleitet. Die Belastungen durch den Transitverkehr hätten inzwischen Grenzen überschritten, sagte Mattle laut APA.
