Im Nürnberger Werk

Hälfte der Mitarbeiter betroffen: Bosch streicht 900 Stellen

28.09.2026 – 19:17 UhrLesedauer: 1 Min.

Das Bosch-Werk in Nürnberg (Archivbild): Derzeit sind dort rund 1.800 Mitarbeiter beschäftigt. (Quelle: Imago/Ardan Fuessmann)

Bosch will bis 2029 gut die Hälfte der Stellen in Nürnberg streichen. Grund dafür sind fehlende Aufträge und Konkurrenz aus dem Ausland.

Der Automobilzulieferer Bosch will in seinem Nürnberger Werk bis 2029 rund 900 Stellen abbauen – gut die Hälfte der rund 1.800 Beschäftigten am Standort. Der Abbau kommt nach Unternehmensangaben zusätzlich zu den konzernweit bereits angekündigten 22.000 Stellenstreichungen.

Das Unternehmen kündigte sozialverträgliche Lösungen an, ohne konkrete Maßnahmen zu nennen. In einer Mitteilung heißt es: „Diese Entscheidung fällt uns überaus schwer, da sie für unser engagiertes Team in Nürnberg tiefgreifende Auswirkungen hat. Wir müssen jedoch unsere Strukturen an das veränderte Marktumfeld anpassen und unsere Wettbewerbsfähigkeit wiederherstellen.“

Konkurrenz aus China setzt Bosch zu

Im Werk in Nürnberg werden vor allem Komponenten für Verbrennungsmotoren sowie Brennstoffzellen gefertigt. Beide Bereiche geraten nach Einschätzung des Unternehmens unter Druck: Die Nachfrage nach Verbrenner-Teilen gehe zurück, die Brennstoffzelle für Wasserstoffantriebe habe die in sie gesetzten Erwartungen bisher nicht erfüllt. Das führe zu einem Personalüberhang, der wirtschaftlich längerfristig nicht tragfähig sei, teilte Bosch mit.

Hinzu komme wachsender Wettbewerbs- und Preisdruck durch Konkurrenten aus China. Der weltweite Automarkt stagniere, die Nachfrage in Europa sei sogar rückläufig. Der Stellenabbau in Nürnberg fügt sich in eine schwierigere Phase des Konzerns ein. Im Jahr 2025 hatte Bosch nach Steuern erstmals seit der Finanzkrise einen Verlust ausgewiesen.

Zum Ende des ersten Halbjahres 2026 zählte das Unternehmen nach eigenen Angaben bereits rund 6.500 Beschäftigte weniger als Ende 2025. Den Umsatz steigerte Bosch im selben Zeitraum nach eigenen Angaben dennoch um 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

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