Der Klubboss erklärte zwar, „jetzt nicht nur 19-Jährige verpflichten“ zu wollen, betonte aber: „Wir sind ein Verein, der Potenziale hebt und Fantasie weckt, das muss sich auch in der Transferpolitik widerspiegeln.“ Den Grundstein dafür hat die Borussia nicht in diesem Sommer, sondern bereits im Frühjahr gelegt. „Es war kein Zufall, dass wir Ole Book als Sportdirektor geholt haben“, sagte Cramer.

Neu-Sportdirektor Book steht sinnbildlich für den BVB-Wandel

Nils-Ole Book, der Ende März von der SV Elversberg nach Dortmund gekommen ist, steht für die Weiterentwicklung von jungen Talenten, die andere Vereine oftmals gar nicht auf dem Zettel haben. So hat er seinen Ex-Klub von der Regionalliga bis in die 2. Bundesliga geführt, zwei Monate nach Books Abschied ist Elversberg gar ins Oberhaus aufgestiegen.

Und so blickte auch Lars Ricken im Rahmen der Vorstellung auf seinen neuen Kollegen. „Wir haben großes Vertrauen in Ole und seine Expertise, wenn es darum geht, kreative und mutige Ideen auf dem Transfermarkt zu entwickeln“, sagte der Geschäftsführer Sport und lobte vor allem Books Fähigkeiten, in der Vergangenheit „viele junge Talente entwickelt und gleichzeitig Kaderwerte geschaffen“ zu haben.

Nils-Ole Book: Seit März ist er Sportdirektor in Dortmund. (Quelle: IMAGO/Noah Wedel/imago)

Der Sportdirektor selbst weiß, was von ihm verlangt wird: „Wir werden versuchen, Perlen zu finden, die Borussia Dortmund besser machen.“ Die bisherigen Wechsel passen dazu, wenngleich Lerma kein Book-Transfer ist. Seine Verpflichtung tütete der Klub schon vor zwei Jahren ein – auf die Ankunft musste der BVB aber warten, bis der Ecuadorianer 18 Jahre alt wurde. Auch der Japaner Takato Yamamoto, der zur neuen Saison die U23 verstärkt, könnte eine solche Perle sein.

Weitere sollen folgen. „Wir sind noch dabei, die Mannschaft final zu bauen“, deutete Cramer weitere Zugänge an. Konstantinos Karetsas könnte ein solcher sein. Der 18-jährige offensive Mittelfeldspieler gilt als hochveranlagt, wäre bei einer geforderten Ablösesumme von 35 Millionen Euro aber keinesfalls ein Schnäppchen. Der BVB will den den in Belgien geborenen griechischen Nationalspieler dem Vernehmen nach trotzdem unbedingt holen. Auf dem Wunschzettel stand zunächst auch Herthas Kennet Eichhorn, das Toptalent ist aber in Leverkusen gelandet.

BVB hat keine Eile bei Kovač-Gesprächen

Anders als in der Vergangenheit, als angehende Superstars wie Ousmane Dembélé, Erling Haaland oder Jude Bellingham schnell mit Gewinn weiterverkauft wurden, sollen Hoffnungsträger künftig länger in Dortmund bleiben. „Wir wollen nicht immer nur junge Spieler entwickeln, damit wir sie morgen verkaufen, sondern sie auch mal bis übermorgen oder überübermorgen bei uns behalten“, erklärte Cramer seine Vision. „Denn am Ende geht es darum, erfolgreich Fußball zu spielen.“

Loading…

Loading…

Loading…

Share.
Die mobile Version verlassen