Kritik an Bohlen und Casting-System
Kommt dieser Sieg RTL noch teuer zu stehen?
11.05.2026 – 20:00 UhrLesedauer: 4 Min.
Menowin Fröhlichs DSDS-Sieg wird von Manipulationsvorwürfen überschattet. Auch bei t-online melden sich viele aufgebrachte Zuschauer. Was ist da los?
Kriminelle Vergangenheit, Drogenexzesse und ein Comeback, das bei vielen Zuschauern Unmut auslöst. Die Geschichte von Menowin Fröhlich, der 16 Jahre nach seiner Niederlage in der siebten DSDS-Staffel als „Superstar“ gefeiert wird, ist weiter Diskussionsthema. Sowohl in den sozialen Medien als auch in den Lesermails, die t-online täglich sichtet, fällt auf: Selten wurden RTL derart viele Vorwürfe gemacht.
Eine zentrale Anschuldigung in Richtung des Privatsenders: „Wieso positioniert sich RTL als Reha für problematische Stars? Erst Gil, jetzt Menowin?“ Damit wird eine Verbindung zu der ebenfalls umstrittenen Wahl des Dschungelkönigs Gil Ofarim gezogen. Dieser hatte zuvor jahrelang Falschbehauptungen in die Welt gesetzt – aber bei „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ am Ende die Dschungelkrone geholt.
Wieso landete Menowin überhaupt wieder bei DSDS?
Bei Menowin Fröhlich reiche die Strafakte von „gefährlicher Körperverletzung bis zum Fahren ohne Führerschein unter Alkohol- und Drogeneinfluss“, heißt es nun vorwurfsvoll von einigen DSDS-Fans. Dass ein solcher Kandidat eine Unterhaltungsshow in Deutschland gewinne, wird als „unglaublich“ und moralisch fragwürdig eingestuft.
Doch zur Wahrheit gehört auch: Der in Bayern lebende Sänger entschied das Publikumsvoting der RTL-Liveshow am späten Samstagabend für sich. Es waren die Anrufer, die Menowin Fröhlich zum DSDS-Sieger machten. Die Frage ist nur: Wie kam es dazu?
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Konfrontiert man RTL damit, erntet man Schweigen. Eine Presseanfrage von t-online beantwortet der Sender nicht. In der Castingshow wurde die Geschichte so erzählt: Menowin Fröhlich habe seine Tochter zu einem Casting begleitet – und dann spontan auch einen Song zum Besten gegeben. Als die Deutsche Presse-Agentur den Sänger nach seinem Sieg fragt, ob es Absprachen mit RTL gegeben habe, bestreitet Fröhlich das: „Ich war da in erster Linie als Vater. Dass sich daraus so etwas entwickelt, war nicht geplant. Aber manchmal entstehen die wichtigsten Dinge im Leben genau dann, wenn man sie nicht kontrolliert.“
Zahlreiche Lesermails zeichnen bedenkliches Bild
Bei einigen Zuschauern des Formats bleibt ein Nachgeschmack. Anett Kublik schreibt t-online in einer Mail: „Was ist das bitte für ein Vorbild? Mehrere Male mit dem Gesetz in Konflikt geraten, im Gefängnis gesessen, ausreichend Drogenerfahrung gesammelt.“ Und Lothar Methfessel ist überzeugt: „DSDS ist nur noch eine Witzveranstaltung, es ist doch offensichtlich, dass Herr Fröhlich von RTL beim Casting ausgesucht wurde.“
Thomas Galster kritisiert besonders Dieter Bohlen in seiner Mail an t-online: „Es ist unverständlich, weshalb Herr Bohlen trotz seiner langjährigen Erfahrung persönliche Sympathien über fachliche Kriterien stellt.“ Seiner Meinung nach habe Finalistin Constance Dizendorf „eine in jeder Hinsicht überlegene Leistung erbracht“. Er meint: „Die gesanglich schwächere Darbietung von Herrn Fröhlich wurde durch Herrn Bohlen unverhältnismäßig gelobt. Dies lässt die Vermutung einer Inszenierung oder gar einer voreingenommenen Haltung gegenüber weiblichen Talenten aufkommen.“











