Hamburger Block-Prozess
Gericht vernimmt erneut Polizeibeamtin als Zeugin
24.03.2026 – 03:21 UhrLesedauer: 2 Min.
Im Hamburger Block-Prozess stockt die Aufklärung. Entscheidende Zeugen aus Israel können wegen des Iran-Krieges derzeit nicht befragt werden.
Am Dienstag wird im Hamburger Block-Prozess eine weitere Kriminalbeamtin als Zeugin vernommen. Ab 9.30 Uhr befasst sich die Strafkammer am Landgericht damit erneut ausschließlich mit Aussagen von Polizeibeamten – weil die eigentlich entscheidenden Vernehmungen von Beschuldigten aus Israel wegen des Iran-Krieges derzeit nicht stattfinden können.
Bereits an den vergangenen vier Verhandlungstagen hatte das Gericht ausschließlich Hamburger Polizeibeamte als Zeugen gehört. Die Befragung der israelischen Beschuldigten ist auf unbestimmte Zeit verschoben.
Im Mittelpunkt des Verfahrens steht Christina Block, Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette „Block House“, Eugen Block. Sie soll laut Anklage den Auftrag erteilt haben, zwei ihrer Kinder in der Silvesternacht 2023/24 gewaltsam aus Dänemark zu entführen. Ein damals zehnjähriger Junge und seine 13-jährige Schwester wurden demnach zum Wohnort ihres Vaters geholt und von dort nach Süddeutschland gebracht – von wo die Mutter sie später nach Hamburg holte. Block bestreitet, den Entführungsauftrag erteilt zu haben.
Der Hintergrund: Block und ihr Ex-Mann Stephan Hensel haben vier gemeinsame Kinder. Die beiden Jüngsten hatte der Vater nach einem Wochenendbesuch im Jahr 2021 nicht wie vereinbart zurückgebracht. Er erhob Gewaltvorwürfe gegen die Mutter – die Block ihrerseits bestreitet.
Die vier am Tatort beteiligten Israelis sind in dem Verfahren nicht angeklagt. Neben Christina Block stehen jedoch sechs weitere Angeklagte vor Gericht. Darunter ist ihr Lebensgefährte und der frühere Sportmoderator Gerhard Delling, der jegliches Fehlverhalten bestreitet. Ebenfalls angeklagt ist ein 36-jähriger Israeli, der seine Beteiligung an der Entführung gestanden hat und als Einziger in Untersuchungshaft sitzt.












