„Es ist nicht das erste Mal“
Richterin attackiert Christina Block scharf
28.07.2026 – 11:38 UhrLesedauer: 2 Min.
Aufruhr im Block-Prozess in Hamburg: Die Richterin ist erbost, Christina Blocks Anwalt beschwichtigt. Dann müssen alle Zuschauer den Saal verlassen.
Nach einer zweiwöchigen Verhandlungspause im Entführungsprozess gegen die Steakhaus-Erbin Christina Block hat die Vorsitzende Richterin die Angeklagte zu Beginn des 64. Verhandlungstages heftig kritisiert. Block soll einer für Dienstag geladenen Gutachterin im Vorhinein Dokumente gegeben haben. Die Gutachterin habe diese Unterlagen am Montag an die Kammer weitergeleitet, wie die „Hamburger Morgenpost“ berichtete.
Die Richterin zeigte sich erbost darüber: Das seien Beweismittel, die „auf konspirative Art und Weise übergeben“ worden seien, wurde sie von der „Hamburger Morgenpost“ zitiert. Hörbar sauer sagte sie demnach: „Die sind ja nicht aus der Tasche gefallen. Und es ist ja nicht das erste Mal: Ich habe bereits im November gesagt, dass jegliche Einflussnahme zu unterbleiben hat.“ Sie erkenne einen „Versuch einer Verdunklungshandlung“.
- Jetzt könnte es schnell gehen: Urteil im Block-Prozess ist in Sicht
Block-Prozess in Hamburg: Staatsanwaltschaft droht mit Haftbefehl
Die Staatsanwaltschaft griff die 53-jährige Angeklagte ebenfalls scharf an. „Wir wollen nicht so weit gehen, aber die Voraussetzungen eines Haftbefehls wären erfüllt“, sagte ein Vertreter der Behörde dem Bericht zufolge. Das Gericht kündigte nach einer kurzen Beratung an, prüfen zu wollen, „ob Maßnahmen beschlossen werden“, berichtete der „Stern“ aus dem Gerichtssaal.
Block selbst nahm zu den Vorwürfen der Beeinflussung ebenfalls Stellung. Laut „Stern“ beteuerte sie, dass ihr der Vorfall leidtue. „Ich wollte die Sachverständige nicht beeinflussen“, sagte Block. Dem „Hamburger Abendblatt“ zufolge erklärte sie unter Tränen, die Gutachterin sei bei ihr Zuhause gewesen, um Unterlagen der Kinder zu erhalten. In den Unterlagen seien dann irrtümlich Beweisanträge und weitere Schriftstücke gewesen. Ihr Verteidiger Ingo Bott betonte: „Die Warnwirkung ist überdeutlich angekommen.“
Gericht schließt Öffentlichkeit im Block-Prozess aus
Anschließend schloss die Kammer Publikum und Presse vom restlichen Prozesstag aus. Das Gericht wolle damit die Privatsphäre der Kinder schützen, hieß es zur Begründung. In dem Gutachten der jugendpsychiatrischen Sachverständigen soll es darum gehen, welche psychischen Folgen die Entführung für die beiden Kinder hatte.
Christina Block ist angeklagt, eine israelische Sicherheitsfirma im Zuge eines langen Sorgerechtsstreits mit ihrem Ex-Mann damit beauftragt zu haben, in der Silvesternacht 2023/2024 ihre beiden jüngsten Kinder – damals zehn und 13 Jahre alt – vom Wohnort des Vaters in Dänemark zu entführen. Die Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette „Block House“ bestreitet die Vorwürfe.
Es gibt noch sechs weitere Angeklagte, darunter Blocks Lebenspartner Gerhard Delling. Dem früheren Sportmoderator wird Beihilfe vorgeworfen. Der Prozess läuft seit über einem Jahr. Weitere Termine sind bis Dezember angesetzt.











