Pilot bricht Reise ab
Blitz trifft Urlaubsflieger im Steigflug
Aktualisiert am 14.06.2026 – 15:03 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Blitz trifft eine Boeing 737 auf dem Weg nach Lanzarote. Der Pilot reagiert sofort – und steuert einen anderen Flughafen an.
Ein Urlaubsflug nach Lanzarote hat für Passagiere einer Jet2-Maschine anders begonnen als geplant. Kurz nach dem Start im britischen Leeds wurde die Boeing 737 nach Angaben des Branchenportals „Aviation Herald“ im Steigflug von einem Blitz getroffen.
Der Pilot entschied sich, den Flug nicht fortzusetzen. Stattdessen steuerte er den Flughafen Manchester an. Rund 50 Minuten nach dem Abflug setzte die Maschine dort zu einer Sicherheitslandung an. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand.
Damit die Reisenden dennoch an ihr Ziel kamen, organisierte die Fluggesellschaft Jet2 ein Ersatzflugzeug. Mit dieser Maschine erreichten die Passagiere Lanzarote schließlich mit einer Verspätung von etwa dreieinhalb Stunden.
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Flugzeuge für Blitzableitung konstruiert
Bei einem Blitzeinschlag fließt der Strom in der Regel über die Außenhaut des Flugzeugs und verlässt die Maschine meist über statische Ableiter an den Tragflächen. Der Rumpf wirkt dabei wie ein Faradayscher Käfig und schützt den Innenraum. Passagiere nehmen häufig nur einen Lichtblitz oder ein Geräusch wahr.
Was bei einem Blitzeinschlag passiert
Zunächst treffe ein sogenannter Leitblitz auf das Flugzeug, erklärte Professor Harald Schwarz, Experte für Hochspannungstechnik an der Technischen Universität Cottbus, dem „Spiegel“. Dieser Leitblitz sei „wie ein Kundschafter“. Er könne in die Nase, eine Tragflächenspitze oder das Heck einschlagen und sich anschließend seinen Weg durch die Maschine suchen. Erst, wenn die Verbindung hergestellt sei, folge der Hauptblitz.
„Dann fließt ein sehr hoher Strom irgendwo über das Flugzeug“, sagt Schwarz. Ganz ohne Risiko ist das nach seiner Einschätzung nicht. „Denn das Flugzeug ist kein vollständiger Faradayscher Käfig, in dem man sicher wäre“, warnt der Experte. Fenster und Türdichtungen unterbrechen demnach den Käfig.
Blitz führt wahrscheinlich zum Absturz
Auch die Elektronik könne betroffen sein. Es sei nicht zu verhindern, dass der Blitz über die Verkabelung fließe und Bauteile beschädige, so Schwarz. Wann und wo bei einem Einschlag etwas kaputtgehe, lasse sich jedoch kaum vorhersagen. Flugzeughersteller versuchen deshalb, Maschinen gegen Blitzschläge zu schützen. Moderne Flugzeuge bestehen häufig aus Kohlefaser-Werkstoffen, in die spezielle Fasern zur Blitzableitung eingebaut werden.
Dennoch kann ein Blitz für Flugzeuge gefährlich werden. 2006 stürzte über der Ukraine eine Tupolew TU-154M ab. Nach Angaben der russischen Behörden soll ein Blitzeinschlag die Ursache gewesen sein.










