In den USA liegen die zehnjährigen Zinsen bei 5,25 Prozent und damit im feuerroten Bereich, wenn man die letzten beiden Jahrzehnte als Maßstab wählt. Den Bitcoin stört es kaum.
Es ist schon verwunderlich. Die US-Zinsen klettern immer höher und nach alter Lehre wären sie ein regelrechter Killer für Investments, die eben keine Zinsen abwerfen. Dazu gehören Gold und Silber ebenso wie Aktien ohne Dividendenrenditen und natürlich auch Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum. Doch das Gegenteil ist der Fall, worauf Andreas Lipkow vom Zertifikatehaus CMC Markets hinweist: „In den letzten sechs Monaten haben Bitcoin mit plus 30 Prozent und Solana beispielsweise mit plus 50 Prozent in die Zinsrally massiv zulegen können.“
Kurzfristig ist die Stärke von Kryptowährungen also bemerkenswert. Womöglich ist sie auch ein Ausdruck des schwindenden Vertrauens in die US-Politik und die Verschuldung großer Staaten.
Bitcoin geht es im Oktober oft gut
Es kommt aber Weiteres dazu. In US-Börsenblogs wird aktuell intensiv über den Faktor Saisonalität am US-Aktienmarkt diskutiert, da das vierte Quartal insbesondere in Zwischenwahljahren oft für kräftigen Rückenwind sorgt. Doch wie verhält sich eigentlich der Bitcoin in diesem Zeitraum?
Zur Person
Daniel Saurenz ist Gründer von Feingold Research und bietet mit seinem Team seinen seit 2010 etablierten Börsenbrief an. Sein Fokus liegt auf Vermögensaufbau und aktivem Trading an der Börse. Den Börsenbrief finden Sie auf www.feingoldresearch.de und auf www.instagram.com/saurenz_finance.
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Ein Blick auf die Daten zeigt, dass die Kryptowährung im Oktober und häufig auch im November eine Phase der Stärke durchläuft. „Der Oktober macht seinem Ruf als ‚Uptober‘ dabei alle Ehre: Zwischen 2012 und 2025 schloss der Bitcoin den Monat in 70 Prozent der Fälle im Plus und erzielte dabei einen durchschnittlichen Monatsgewinn von 18 Prozent“, so Experte Lipkow. In reinen Gewinnerjahren lag das durchschnittliche Plus sogar bei 27 Prozent, während sich die Rückschläge in schwächeren Jahren mit durchschnittlich minus acht Prozent meist in überschaubaren Grenzen hielten.
US-Zinsen gefährden den Bitcoin am stärksten
Wenig überraschend: Die Schwankungsbreite beim Bitcoin ist erheblich. 2022 musste man sich mit mageren fünf Prozent begnügen, ein Jahr zuvor ging es um 40 Prozent nach oben. Durchschnittswerte sind daher mit Vorsicht zu genießen. Wer die Position über den Oktober hinaus hält und das saisonale Fenster bis Ende November nutzt, trifft auf ein gemischteres Bild. Vor allem in Bullenjahren, also Jahren mit steigenden Aktienkursen, wie 2013, 2017, 2020 oder 2024 beschleunigte sich die Kursdynamik im November noch einmal erheblich.
