Biontech meldet Erfolg
Neues Krebsmittel könnte Überlebensdauer verdoppeln
14.09.2026 – 17:01 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein neuer Antikörper verlängerte in einer Studie die Überlebenszeit von Lungenkrebspatienten deutlich. Was die Zwischenergebnisse zeigen.
Beim fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinom der Lunge sind die Behandlungsmöglichkeiten begrenzt, wenn der Krebs trotz Immun- und Chemotherapie weiter fortschreitet. Für diese schwer behandelbare Patientengruppe gab es nach Angaben des Mainzer Unternehmens Biontech in den vergangenen zehn Jahren kaum medizinische Fortschritte.
Überlebenszeit deutlich verlängert
In einem ersten Teil einer Phase-3-Studie schnitten nun Patienten, die den Antikörper Gotistobart erhielten, deutlich besser ab als jene mit einer Standard-Chemotherapie. Ihr mittleres Gesamtüberleben lag bei 18,5 Monaten. In der Vergleichsgruppe mit dem Chemotherapeutikum Docetaxel waren es 10 Monate.
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Damit war die Überlebenszeit unter dem neuen Wirkstoff nahezu doppelt so lang. Biontech und sein US-Partner OncoC4 sehen darin ein wichtiges Ergebnis für eine Patientengruppe, für die es bislang nur wenige Behandlungsmöglichkeiten gibt. Nach Angaben des Unternehmens sind zuletzt sechs andere Phase-3-Studien in diesem Bereich gescheitert.
Allerdings reichen die bisherigen Ergebnisse noch nicht für eine Zulassung aus. Der zweite, zulassungsrelevante Teil der Phase-3-Studie läuft derzeit in mehr als 160 Zentren weltweit. Studienleiter Rama Balaraman erklärte, sollte sich der Überlebensvorteil im laufenden Teil der Studie bestätigen, könnten die Ergebnisse die Standardbehandlung verändern.
So soll der Wirkstoff wirken
Gotistobart ist ein Antikörper, der sich gegen den Immunrezeptor CTLA-4 richtet. Der Wirkstoff soll bestimmte regulatorische T-Zellen im Umfeld des Tumors verringern. Diese Zellen können die Abwehrreaktion des Immunsystems bremsen. Auf diese Weise soll die körpereigene Immunantwort gegen die Krebszellen wieder verstärkt werden.
Auch bei den Nebenwirkungen zeigte sich im ersten Studienteil kein deutlicher Nachteil gegenüber der Chemotherapie: Schwere Nebenwirkungen traten bei 44,4 Prozent der Patienten unter Gotistobart und bei 48,8 Prozent in der Docetaxel-Gruppe auf.
Ob der neue Ansatz tatsächlich einen Durchbruch darstellt, müssen nun die Ergebnisse des laufenden zweiten Studienteils zeigen.











