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Home » Biontech-Schließungen: Curevac-Gründer kritisiert Unternehmen deutlich
Wirtschaft

Biontech-Schließungen: Curevac-Gründer kritisiert Unternehmen deutlich

By zeit-heute.deMai 6, 20262 Mins Read
Biontech-Schließungen: Curevac-Gründer kritisiert Unternehmen deutlich
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Übernommener Konkurrent

„Total unlauter“: Vorwürfe gegen Biontech nach Schließungsplänen

06.05.2026 – 08:37 UhrLesedauer: 3 Min.

Vergrößern des Bildes

In Tübingen ist die Sorge groß vor einem Kahlschlag. (Archivbild) (Quelle: Christoph Schmidt/dpa/dpa-bilder)

Biontech will mehrere Standorte aufgeben. Der Curevac-Gründer und die Gewerkschaft sehen darin Trickserei und scharfe Einschnitte für die Beschäftigten.

Nach der Übernahme des Biotechunternehmens Curevac durch Biontech wirft Curevac-Gründer Ingmar Hoerr dem Konkurrenten Täuschung vor. Hintergrund sind die Schließungspläne von Biontech für den Standort Tübingen kurz nach der Übernahme.

„Ich finde es total unlauter. Das ist fast schon Trickserei meiner Meinung nach, weil wir alle im guten Glauben gehandelt haben, dass die Übernahme im Sinne von Curevac sei und dadurch ein gemeinsames, starkes Unternehmen wird“, sagte Hoerr der Deutschen Presse-Agentur.

Es war laut Hoerr vereinbart, ein gemeinsames Unternehmen zu schaffen, das sich gegenseitig befruchtet. „Und das wurde jetzt über den Haufen geschmissen. Dadurch sind alle nachweislich getäuscht worden. Die Übernahme hätte nie erfolgen dürfen.“

Hoerr vermutet hinter dem Vorgehen, dass Biontech Patentstreitigkeiten mit Curevac umgehen will. „Die Investoren haben sich mit Versprechungen einlullen lassen. Das könnte Biontechs Strategie von Anfang an gewesen sein.“

Die Biontech-Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci hatten im März bekanntgegeben, Biontech verlassen und eine neue Firma gründen zu wollen. Die Eheleute kündigten an, spätestens Ende 2026 auszuscheiden. In dem neuen Unternehmen möchten sich die beiden Mediziner der Entwicklung der nächsten Generation von Medikamenten auf mRNA-Basis widmen, hieß es.

Nun will das Management von Biontech mehrere Standorte schließen – darunter auch Einrichtungen von Curevac. Nach Angaben des Unternehmens sind rund 820 frühere Curevac-Beschäftigte betroffen. Der Tübinger Standort soll bis Ende 2027 aufgegeben werden.

Die Biontech-Führung begründet die Pläne mit einer zu geringen Auslastung, Überkapazitäten und Kostensenkungen. Ebenfalls geschlossen werden sollen die Biontech-Produktionsstätten in Idar-Oberstein, Marburg und Singapur. Insgesamt könnten bis zu 1.860 Stellen von den Plänen betroffen sein, hieß es aus der Zentrale in Mainz.

Auch die Pharma- und Biotech-Gewerkschaft IGBCE kritisierte die Pläne als gesellschaftliche Verantwortungslosigkeit und Frontalangriff auf die Beschäftigten. „Im Konzern haben offenbar endgültig die Rechenschieber das Regiment übernommen“, sagte der Leiter des IGBCE-Landesbezirks Rheinland-Pfalz-Saarland, Roland Strasser. „Aus kurzfristigem finanziellem Kalkül streichen sie radikal Produktionskapazitäten zusammen und schaden damit der Resilienz des Pharma- und Biotech-Standorts Deutschland.“

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