Selenskyj droht Putin mit neuer Langstreckendrohne
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich zu dem Angriff auf eine russische Ölraffinerie in der Region Tjumen in Westsibirien geäußert. Die Entfernung zum Ziel habe rund 2.070 Kilometer betragen, sagte Selenskyj in einem Interview. Die tatsächlich zurückgelegte Strecke der neuen ukrainischen Drohnen habe sogar etwa 2.500 Kilometer betragen.
Selenskyj wertete den Angriff als Beleg für die wachsende Reichweite ukrainischer Waffensysteme. Die neuen Drohnen könnten künftig Distanzen von 3.000 Kilometern und mehr zurücklegen. Ziel sei es, auch weit entfernte militärische Fabriken, Öllager, Gasdepots und andere strategisch wichtige Anlagen in Russland zu erreichen: „Wir wissen, wo sie sind.“
Die Ukraine arbeite deshalb weiter an Systemen mit größerer Reichweite, sagte Selenskyj. Man brauche Werkzeuge, die Ziele in größerer Entfernung treffen könnten. Diese würden derzeit entwickelt.
Fabrik in Russland brennt nach Raketenangriff
In der westrussischen Millionenstadt Woronesch ist offiziellen Angaben nach eine Fabrik bei einem Angriff mit Marschflugkörpern beschädigt worden. „Zum derzeitigen Moment ist bekannt, dass es drei Verletzte gibt, davon ist einer schwer verletzt“, schrieb Woroneschs Gouverneur Alexander Gussew bei Telegram. Seiner Darstellung nach hat die Flugabwehr mehrere „fliegende Hochgeschwindigkeitsziele“ über der Stadt entdeckt und vernichtet, zugleich räumte er aber auch Schäden in den Produktionshallen eines Unternehmens ein. Darüber hinaus seien die Fassaden mehrerer Wohnblocks und eine Reihe von Autos beschädigt worden, schrieb er.
Im Video | Ukraine trifft wichtiges russisches Ziel
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Gussew gab keine Details zu dem Unternehmen bekannt. Der ukrainische Generalstab bestätigte später in einer Mitteilung den Angriff. Demzufolge wurde eine Fabrik getroffen, die elektronische Bauteile für Raketen produziert. „Die zerstörten Kapazitäten des Objekts verschlechtern die Fähigkeit Russlands erheblich, neue Raketen zu produzieren“, hieß es. Zum Einsatz seien luftbasierte Marschflugkörper gekommen. Diese werden von Flugzeugen abgefeuert. Kiew verfügt über Storm-Shadow-Marschflugkörper aus britischer Produktion.
Die in sozialen Netzwerken kursierenden Bilder und Videos deuten auf schwere Schäden am Werk hin. Woronesch ist nur etwas mehr als 180 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.
Russland: Ukraine bedroht Souveränität von Belarus
Die russische Regierung wirft der Ukraine vor, die Souveränität ihres engen Verbündeten Belarus zu bedrohen. Es gebe jedoch keinen Zweifel daran, dass die Führung in Minsk in der Lage sei, sich selbst zu verteidigen, erklärt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj droht Belarus mit Maßnahmen, sollte das Land nicht umgehend militärisches Gerät abziehen, das Russland zur Koordinierung von Angriffen auf die Ukraine nutze. Der russische Staatschef Wladimir Putin und der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko würden die Äußerungen Selenskyjs besprechen, kündigt Peskow an.











