
Stromausfall im Südwesten
Berlin wird „Großschadenslage“ ausrufen: Kommt die Bundeswehr?
Aktualisiert am 04.01.2026 – 14:47 UhrLesedauer: 6 Min.
Ein großer Stromausfall beschäftigt Tausende Berliner und Einsatzkräfte weiter. Alle Infos im Newsblog.
14.30 Uhr: Das Land Berlin wird eine „Großschadenslage“ wegen des andauernden Stromausfalls im Südwesten der Stadt ausrufen. Das teilte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) auf der Plattform X mit.
Eine Großschadenslage bezeichnet laut dem Bezirksamt Pankow Ereignisse, bei denen „aufgrund besonderer Auswirkungen des eingetretenen Schadens die Entwicklung zu einer Katastrophe nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann“. Damit seien Situationen gemeint, die viele Menschen betreffen und nicht aus eigener Kraft bewältigt werden können.
Zudem werde die Bundeswehr prüfen, ob und inwiefern sie unterstützen kann. Man wolle die „Kompetenzen der Bundeswehr mit einbeziehen“, sagte Wegner. Er habe dazu mit verschieden Stellen der Bundesregierung telefoniert, so der CDU-Politiker, etwa mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU). „Die Bundesregierung steht zur Verfügung, uns hier in dieser Krise zu unterstützen.“
Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) sagte, die Bundeswehr könne etwa bei der Versorgung der Menschen mit warmem Essen helfen. „Ich bin dankbar, wenn die Bundeswehr uns da unterstützen kann.“
13.30 Uhr: Die Unternehmen in Berlin erwarten wegen des Stromausfalls in der Hauptstadt schwere wirtschaftliche Folgen. „Wir rechnen mit Schäden in Millionenhöhe an Anlagen und Maschinen und durch hohe Umsatzausfälle“, teilte der Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg (UVB), Alexander Schirp, mit. Der Stromausfall führe zu extremen Belastungen für die Unternehmen.
Der Verband hält einen besseren Schutz sensibler Anlagen für nötig. „Der Stromausfall zeigt, dass unsere Infrastruktur nicht ausreichend und zeitgemäß gegen Angriffe und Unfälle geschützt ist“, sagte Schirp. „Das ist ein ernstes Problem und schürt Unsicherheit in der Wirtschaft.“ Es müsse bessere Konzepte für den Schutz und Reaktionspläne für den Krisenfall geben.
12.30 Uhr: Die Krankenhäuser im Berliner Südwesten sind nach dem Stromausfall wieder am Netz. Dies geht aus einer Mitteilung der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege hervor.
Das Helios Klinikum Emil von Behring und das Evangelische Krankenhaus Hubertus haben ihre Stromversorgung wiederhergestellt. Auch das Krankenhaus Waldfriede und das Immanuel Kant Krankenhaus sind wieder am Netz. Der Anschluss des Theodor Wenzel Werks sollte bald erfolgen.
Laut der Senatsverwaltung konnte durch eine koordinierte Arbeit des Krisenstabs und die Unterstützung von Charité und Vivantes eine Evakuierung vermieden werden. Zahlreiche Pflegeeinrichtungen und pflegebedürftige Personen in der eigenen Häuslichkeit waren ebenfalls betroffen. Welche Auswirkungen der Stromausfall auf die Kliniken hatte, ist bislang unklar.










