
Linken-Chef verurteilt Anschlag auf Berliner Energienetz
14.33 Uhr: Linken-Chef Jan van Aken verurteilt den Anschlag von mutmaßlichen Linksextremisten auf das Berliner Stromnetz. „Diese Aktion ist total Panne, da ist sich die gesamte Linkspartei einig, dass das nicht richtig ist“, sagte van Aken in Berlin. „Da sitzen jetzt Tausende Menschen allein im Dunkeln in ihren Wohnungen und frieren. Für mich ist linke Politik eine, die an der Seite der Menschen steht.“
Van Aken zeigte sich zugleich verwundert, dass ein Kabelbrand ausreiche, so viele Menschen von der Stromversorgung abzuschneiden. Der Katastrophenschutz sei zusammengespart worden. Zudem verstehe er nicht, dass die Behörden nicht an den Türen aller Betroffenen einmal geklopft hätten, um zu sehen, ob alles in Ordnung sei. Lautsprecheransagen der Polizei allein reichten nicht, sagte er.
SPD kritisiert nach Stromausfall Wegners Krisenmanagement
14.34 Uhr: Berlins SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach kritisiert das Krisenmanagement des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner (CDU). „Wenn Zigtausende Menschen in seiner Stadt ohne Strom sind und frieren, erwarte ich von einem Landeschef natürlich Präsenz von der ersten Stunde an“, sagte Krach dem „Spiegel“. Er erwarte zudem eine Vorstellung von Wegner, wie es in den nächsten Tagen weitergehe.
Krach sagte weiter: „Warum bietet Kai Wegner den Menschen, die am meisten leiden, kein Hotel an und sorgt nicht dafür, dass sein Finanzsenator für solche und andere Maßnahmen einen Notfonds bereithält?“ Es gebe viele Menschen in Zehlendorf, die dies nicht brauchen
würden, so Krach.
Der Sozialdemokrat Krach kritisierte auch einen öffentlichen Auftritt von Wegner in einer Notunterkunft. „Eine Stippvisite mit warmen Worten“ reiche nicht, sagte er. „Und erst recht darf man es nicht so weit kommen lassen, dass die Rechten die Lage wieder für ihre Propaganda missbrauchen.“
Wieso kamen die Täter überhaupt an die Kabel?
14.25 Uhr: Der Hauptteil der Stromkabel verläuft laut Franziska Giffey unter der Erde. Lediglich ein Prozent sei oberhalb zu finden. „Wir arbeiten daran, dieses eine Prozent weiter abzubauen.“ Es werde allerdings immer Kabel geben, die oberirdisch verlaufen. Klassiker seien Flussüberführungen, die künftig auch so bestehen bleiben müssten. Die Sicherheit solle aber weiter intensiviert werden. „Bei genügend krimineller Energie ist jeder Tresor knackbar,“ erklärte Giffey in Bezug auf den Brandanschlag. Trotzdem solle jeder Kabelstandort nochmals überprüft werden, ob neue Sicherheitsmaßnahmen greifen müssen.
S1 und S7 fahren wieder durchgängig
14.05 Uhr: Die S-Bahn-Linien S1 und S2 wieder durchgängig. Allerdings bleibt der Ersatzverkehr mit Bussen auf der S1 zwischen Zehlendorf und Wannsee weiterhin bestehen, weil die Züge nicht an den Bahnhöfen Mexikoplatz, Schlachtensee und Nikolassee halten, teilte die Bahn mit. Hier mehr Informationen lesen.
Wie steht es um die Nahversorgung? Ketten teilweise wieder geöffnet
13.52 Uhr: Der Stand der Stromversorgung in den Supermärkten wurde ebenfalls thematisiert. Die Ketten Edeka- und Kaufland sind laut Giffey bereits wieder für Kunden zugänglich. Rewe und Aldi seien weiterhin auf zusätzliche Notstromaggregate angewiesen. Die zuletzt noch geschlossenen zwei Lidl-Filialen sollen nach Angaben der Senatorin morgen wieder öffnen.
Giffey: Heizkraftwerk soll heute wieder ans Netz gehen
13.50 Uhr: Franziska Giffey, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, ergreift in der Pressekonferenz das Wort. Laut der Sozialdemokratin sind derzeit etwa 15.000 Haushalte wieder am Netz. 28.500 Haushalte und 1.500 Gewerbe sind am Montagmittag noch ohne Strom.
Grund für die schnelle Reparatur einiger Bereiche war demnach, dass einige, sogenannte Mittelspannungskabel leichter zu reparieren waren. So konnte auch die Plattenbau-Thermometersiedlung schnell wieder ans funktionierende Stromnetz angeschlossen werden. Laut Giffey wohnen dort viele vulnerable Gruppen wie Senioren oder sozial schwache Berliner.
Die betroffenen Krankenhäuser sind laut Giffey abgesichert. Keines der Häuser müsse evakuiert werden, die Notstromaggregate hätten sofort funktioniert. Die meisten Pflegeeinrichtungen seien zur Stunde wieder in Versorgung, der Rest, etwa zehn Häuser sollen im Laufe des Nachmittags folgen.
„Die Wasser- und Abwasserversorgung ist komplett gesichert“, erklärte Giffey außerdem in ihrem Redebeitrag. Das Heizkraftwerk soll heute wieder ans Netz gehen. Auch das würde Mobilfunknetz wieder besser funktionieren.
So viele Einsatzkräfte sind wegen des Stromausfalls unterwegs
13.36 Uhr: Auch neue Zahlen über den laufenden Einsatz nannte Innensenatorin Iris Spranger (SPD) auf der Senatspressekonferenz. Aktuell seien 300 Kräfte von der Polizei Berlin im Einsatz. Eingerichtet wurden Spranger zufolge außerdem vier mobile Wachen und Lichtmaste. Lautsprecherwagen und 30 Polizeifunkwagen patrouillieren derzeit. Mehr Informationen zu der Arbeit der Polizei gibt es hier.
Auch die Bundespolizei sei mit einer kompletten Einsatzeinheit im betroffenen Gebiet unterwegs, ebenso wie Polizeihunde und Hubschrauber. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk (THW) sind laut Spranger auch gut aufgestellt, über 340 Kräfte seien am Tag unterwegs.

Ministerium: Stromausfall-Täter „nicht abschließend geklärt“
13.32 Uhr: Nach Einschätzung der Bundesregierung ist noch nicht sicher, wer hinter dem mutmaßlichen Anschlag auf das Berliner Stromnetz steckt. Eine linksextremistische Motivation sei „naheliegend“, aber die Ermittlungen liefen noch, sagte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums in Berlin. „Die Authentizität des Bekennerschreibens ist bislang aus unserer Sicht nicht abschließend geklärt.“ Darum kümmere sich das Bundesamt für Verfassungsschutz.
Auch der Generalbundesanwalt beobachte die Lage noch und habe die Ermittlungen bisher nicht übernommen, sagte eine Sprecherin des Justizministeriums.
Berliner Senat wird sich mit Anschlag beschäftigen
13.22 Uhr: Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner von der CDU hat auf einer Pressekonferenz am Montagnachmittag erklärt, dass sich auch der Senat der Hauptstadt mit dem Brandanschlag beschäftigen wird. Priorität sei allerdings, den Strom für betroffene Haushalte wiederherzustellen.
Die Senatorin für Inneres und Sport, Iris Spranger (SPD), betonte, dass die Bundeswehr das Amtshilfeersuchen aufgenommen habe. Die Streitkräfte unterstützten Berlin nun beispielsweise mit dem Transport von Notstromaggregaten.
Hilfe aus dem gesamten Bundesgebiet werde trotzdem weiter gern angenommen: „Wir können jede Hilfe gebrauchen“. Außerdem solle es laut Spranger nun ein tägliches Pressebriefing geben.
Generalstaatsanwaltschaft ermittelt nach Kabel-Brandanschlag
12.30 Uhr: Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft hat die Ermittlungen zu dem Brandanschlag übernommen, der im Berliner Südwesten zu einem großen Stromausfall geführt hat. Das teilte ein Sprecher der Behörde auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Er begründete dies mit der „besonderen Bedeutung des Einzelfalls“. Weitere Angaben zu den Ermittlungen machte der Sprecher zunächst nicht.
Die Generalstaatsanwaltschaft hatte auch im Fall des rund 60-stündigen Stromausfalls in Berlin-Köpenick Mitte September 2025, von dem rund 50.000 Stromkunden betroffen waren, die Ermittlungen übernommen.
Staatsanwaltschaft nicht in Fall eingebunden
11.41 Uhr: Die Ermittlungen zu dem Brandanschlag, der im Berliner Südwesten zu einem großen Stromausfall geführt hat, liegen noch komplett bei der Polizei. Die Staatsanwaltschaft der Hauptstadt ist bisher nicht eingebunden, wie ein Behördensprecher auf Anfrage sagte.
Politik und Behörden gehen von einer linksextremistischen Tat aus – nicht zum ersten Mal. Im Fall des rund 60-stündigen Stromausfalls in Berlin-Köpenick Mitte September 2025 hatte die Berliner Generalstaatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Sie begründete dies damals mit der „besonderen Bedeutung des Einzelfalls“.
Schulen und Kitas weiter geschlossen
11.30 Uhr: Schulen und Kitas in dem vom Stromausfall betroffenen Gebiet bleiben noch länger geschlossen. Der Senat geht zunächst bis Mittwoch aus. „Die Maßnahmen sind aus Gründen der Sicherheit unvermeidbar“, hieß es. Es werde mit Hochdruck daran gearbeitet, die Voraussetzungen für eine schnelle Rückkehr zum regulären Schulbetrieb zu schaffen – ob das nach Mittwoch sein werde, sei aber noch unklar. Darüber, welche Schulen und Kitas betroffen sind, informiert die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie auf ihrer Website.
Ampeln und S-Bahnen lahmgelegt: Ersatzverkehr
11.20 Uhr: Der Stromausfall hat im Berliner Südwesten die meisten Ampeln lahmgelegt und stört den S-Bahn-Verkehr massiv. Betroffen sind vor allem die S-Bahn-Linien S1 und S7. Alle Informationen zum Ersatzverkehr gibt es hier.
Hilfsbereitschaft ist groß
10.45 Uhr: Nach dem massiven Stromausfall durch einen mutmaßlichen Anschlag ist die Hilfsbereitschaft in Berlin groß. Viele Menschen kommen in Notunterkünften zusammen und unterstützen sich gegenseitig.
Wie es im Bürgersaal Zehlendorf aussieht, können Sie hier lesen. Eine Übersicht der Anlaufstellen gibt es hier.
NRW schickt Notstrom-Anhänger in die Hauptstadt
9.30 Uhr: Nach dem Anschlag auf die Stromversorgung in Berlin hat das Land NRW die Unterstützung mit Notstromgeräten für die Bundeshauptstadt angeboten. Das bestätigte das Innenministerium in Düsseldorf auf Anfrage.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hatte das Hilfsangebot im Gespräch mit der „Abendschau“ des rbb angenommen. Laut einem Sprecher geht es um bis zu 25 sogenannte Notstrom-Anhänger, die samt Personal nach Berlin gebracht werden sollen.
Giffey fordert Hilfe vom Bund bei Ermittlungen
8.30 Uhr: Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) hat bei den Ermittlungen zum mutmaßlichen Anschlag auf das Berliner Stromnetz Unterstützung vom Bund gefordert. „Ich glaube, dass es jetzt vor allen Dingen um Bundeshilfe bei den Ermittlungen gehen muss“, sagte sie im RBB-Inforadio. „Die Frage ist: Sind das einfach nur linke Gruppen von Aktivisten, die ideologisch unterwegs sind oder steckt da mehr dahinter?“
Die Ansichten, die im als authentisch eingestuften Bekennerschreiben der mutmaßlichen Täter „Vulkangruppe“ veröffentlicht wurden, seien „hochgradig gefährlich“, betonte die Senatorin. Es gehe jetzt um Staats- und Verfassungsschutz. „Es geht nicht nur um einen Angriff auf unsere Infrastruktur, sondern auch darum, dass unsere ganze freie Gesellschaft hier angegriffen wurde.“
Giffey forderte zudem, Informationen zum Kabelverlauf künftig nicht jedem zugänglich zu machen. „Sie finden sehr viel im Internet“, sagte sie in einem Interview mit dem Deutschlandfunk. Sicherheit müsse vor Transparenz gehen. Es dürften nicht noch mehr kritische Daten veröffentlicht werden. Zudem müsse man schauen, ob das Laufen am Teltowkanal-Ufer auch weiterhin so wie bisher möglich sein solle.
Kai Wegner spricht von Terrorismus
7 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner stuft den folgenreichen Anschlag auf die Stromversorgung der Hauptstadt als Terrorismus ein. „Das ist nicht nur eine Brandstiftung oder Sabotage. Das ist schon Terrorismus“, sagte der CDU-Politiker in der „Abendschau“ des RBB-Fernsehens.

„Es war eine linksextremistische Gruppe, die einmal mehr unsere Infrastruktur angegriffen hat und damit auch das Leben von Menschen bedroht hat, von älteren Menschen, die vielleicht Beatmungsgeräte brauchen, von Familien mit kleinen Kindern“, so Wegner. „Und wir müssen diese Täter jetzt schnappen.“
Polizei, Landeskriminalamt und Verfassungsschutz seien eingeschaltet. „Wir sind auch im Austausch mit dem Bundeskriminalamt, mit der Bundesebene, weil das ist ja hier kein Spaß, sondern hier ist ein terroristischer Anschlag passiert.“ Jetzt müsse der Druck erhöht werden, um die Täter dingfest zu machen.
Tausende Berliner weiter ohne Strom
6.30 Uhr: Schnee, eisige Temperaturen – und weiterhin kein Strom: Auch am dritten Tag nach dem Brandanschlag auf Stromkabel müssen Tausende Menschen im Berliner Südwesten ohne Heizung und warmes Essen auskommen. Inzwischen konnten 14.000 Haushalte und 500 Gewerbekunden wieder angeschlossen werden, wie Stromnetz Berlin am Abend mitteilte. Mehr Informationen dazu gibt es hier.
Hotels bieten Betroffenen Sondertarif
20 Uhr: Über 200 Hotels, Hostels und Pensionen im Netzwerk des visitBerlin Partnerhotels e.V. bieten Sonderkonditionen für vom Stromausfall betroffene Berliner und Berlinerinnen an. Bis zur vollständigen Wiederherstellung der Stromversorgung können sie sich direkt an die teilnehmenden Hotels wenden und mit dem Buchungscode „Stromausfall“ ein vergünstigtes Zimmer buchen.
Ein Doppelzimmer inklusive Frühstück ist ab 70 Euro zu haben. Das Land Berlin verzichtet auf die Erhebung der Tourismussteuer. Eine Übersicht über die Hotels gibt es hier: www.visitberlinpartnerhotelsev.de.
17.30 Uhr: 1.500 weitere Haushalte sind wieder ans Stromnetz angeschlossen. Für diese in Zehlendorf und Schlachtensee befindlichen Haushalte habe man noch Netzkapazität gefunden, sagte Stromnetz-Sprecher Henrik Beuster zum „Tagesspiegel“. Dazu sei Strom aus anderen Teilen des Netzes umgeleitet worden.
16.30 Uhr: Noch rund 35.000 Haushalte und 1.900 Gewerbekunden in den Stadtteilen Nikolassee, Zehlendorf und Wannsee sind derzeit von dem Stromausfall betroffen, teilt Stromnetz Berlin mit. Mit der Wiederversorgung auch dieser Haushalte wird bis Donnerstagnachmittag gerechnet.
15.30 Uhr: Berlins Innensenatorin Iris Spranger hat die Großschadenslage ausgerufen. Dadurch könnten Unterstützungskräfte von Bundeswehr, Bundespolizei und Hilfsorganisationen leichter herangezogen werden, hieß es von der Senatsverwaltung für Inneres und Sport via X.
15 Uhr: 19 Schulen bleiben von Montag bis Mittwoch „aus Gründen der Sicherheit und des ordnungsgemäßen Betriebs“ geschlossen, teilt die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie mit. Darunter sind 14 staatliche Schulen und fünf in freier Trägerschaft:
- Süd-Grundschule
- Johannes-Tews-Grundschule
- Conrad-Grundschule
- Schweizerhof-Grundschule
- Dreilinden-Grundschule
- Grundschule am Buschgraben
- Käthe-Kruse-Grundschule
- Anna-Essinger-Gemeinschaftsschule (Grundschulstandort)
- John-F.-Kennedy-Schule
- Droste-Hülshoff-Gymnasium
- Dreilinden-Gymnasium
- Werner-von-Siemens-Gymnasium
- Krankenhausschule (Standort Zehlendorf)
- Louise-Schröder-Schule (Oberstufenzentrum für Bürowirtschaft und Verwaltung)
- Johanna-Gerdes-Grundschule
- Emil-Molt-Grundschule
- Caroline v. Heydebrand-Schule
- Phorms Berlin Süd (Grundschule/Gymnasium)
- Internationale Montessorischule Berlin (Grundschule)
Für all jene Kinder, die familiär nicht betreut werden können, ist eine Notbetreuung an anderen Schulen eingerichtet. Eigentlich sollte der Unterricht nach den Weihnachtsferien am Montag wieder beginnen, einen normalen Schulalltag gibt es aber in vielen Einrichtungen in den nächsten Tagen nicht. Auch die Kitas sind betroffen.
14.30 Uhr: Das Land Berlin wird eine „Großschadenslage“ wegen des andauernden Stromausfalls im Südwesten der Stadt ausrufen. Das teilte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) auf der Plattform X mit.
Eine Großschadenslage bezeichnet laut dem Bezirksamt Pankow Ereignisse, bei denen „aufgrund besonderer Auswirkungen des eingetretenen Schadens die Entwicklung zu einer Katastrophe nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann“. Damit seien Situationen gemeint, die viele Menschen betreffen und nicht aus eigener Kraft bewältigt werden können.
Zudem werde die Bundeswehr prüfen, ob und inwiefern sie unterstützen kann. Man wolle die „Kompetenzen der Bundeswehr mit einbeziehen“, sagte Wegner. Er habe dazu mit verschiedenen Stellen der Bundesregierung telefoniert, so der CDU-Politiker, etwa mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU). „Die Bundesregierung steht zur Verfügung, uns hier in dieser Krise zu unterstützen.“
Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) sagte, die Bundeswehr könne etwa bei der Versorgung der Menschen mit warmem Essen helfen. „Ich bin dankbar, wenn die Bundeswehr uns da unterstützen kann.“
13.30 Uhr: Die Unternehmen in Berlin erwarten wegen des Stromausfalls in der Hauptstadt schwere wirtschaftliche Folgen. „Wir rechnen mit Schäden in Millionenhöhe an Anlagen und Maschinen und durch hohe Umsatzausfälle“, teilte der Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg (UVB), Alexander Schirp, mit. Der Stromausfall führe zu extremen Belastungen für die Unternehmen.
Der Verband hält einen besseren Schutz sensibler Anlagen für nötig. „Der Stromausfall zeigt, dass unsere Infrastruktur nicht ausreichend und zeitgemäß gegen Angriffe und Unfälle geschützt ist“, sagte Schirp. „Das ist ein ernstes Problem und schürt Unsicherheit in der Wirtschaft.“ Es müsse bessere Konzepte für den Schutz und Reaktionspläne für den Krisenfall geben.
13 Uhr: Ein Großteil der rund 10.000 Haushalte und 300 Gewerbe in Lichterfelde sind laut Stromnetz Berlin inzwischen wieder mit Strom versorgt. „Einige wenige Haushalte im Ortsteil Lichterfelde, westlich vom Teltowkanal, sind an ein weiterhin nicht versorgtes Umspannwerk aus dem Ortsteil Zehlendorf angeschlossen und daher noch ohne Stromversorgung“, teilt das Unternehmen mit.
12.30 Uhr: Die Krankenhäuser im Berliner Südwesten sind nach dem Stromausfall wieder am Netz. Dies geht aus einer Mitteilung der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege hervor.
Das Helios Klinikum Emil von Behring und das Evangelische Krankenhaus Hubertus haben ihre Stromversorgung wiederhergestellt. Auch das Krankenhaus Waldfriede und das Immanuel-Kant-Krankenhaus sind wieder am Netz. Der Anschluss des Theodor-Wenzel-Werks sollte bald erfolgen.
Laut der Senatsverwaltung konnte durch eine koordinierte Arbeit des Krisenstabs und die Unterstützung von Charité und Vivantes eine Evakuierung vermieden werden. Zahlreiche Pflegeeinrichtungen und pflegebedürftige Personen in der eigenen Häuslichkeit waren ebenfalls betroffen. Welche Auswirkungen der Stromausfall auf die Kliniken hatte, ist bislang unklar.
11 Uhr: Wegen des Stromausfalls in Berlin sind der S-Bahn-Verkehr und der Regionalverkehr teilweise weiter unterbrochen. Die S1 (Oranienburg – Wannsee) fahre aufgrund des Ausfalls der Stromversorgung und eines Stellwerksausfalls zwischen Zehlendorf und Wannsee nicht, teilte die S-Bahn Berlin mit.
Die S7 (Ahrensfelde – Potsdam) sei zwischen Charlottenburg und Potsdam Hauptbahnhof unterbrochen. Fahrgäste können einen Ersatzverkehr mit Bussen nutzen. Auch die Regionalexpress-Linien RE1 und RE7 seien davon betroffen.
Die Linie S7 fährt von Ahrensfelde nach Charlottenburg. Die S-Bahn empfiehlt, zwischen Charlottenburg und Messe Süd mit der S3 oder der S9 zu fahren. Für die S7 ist zwischen Potsdam Hauptbahnhof und Grunewald über Messe Süd ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet, für die S1 zwischen Wannsee und Zehlendorf. Die Haltestellen sind auf der Webseite der S-Bahn Berlin aufgeführt.
9.30 Uhr: Eigentlich sollte der Unterricht nach den Weihnachtsferien am Montag wieder beginnen, einen normalen Schulalltag dürfte es aber in den meisten Einrichtungen in den nächsten Tagen nicht geben. Auch die Kitas sind betroffen.
Von einer allgemeinen Schulschließung wollte Zehlendorfs Bezirksbürgermeisterin Maren Schellenberg nicht sprechen. „Aber wenn Sie die Möglichkeit haben, ihre Kinder zu jemand anderem zu bringen, selbst noch zu verreisen oder die Tage woanders zu überbrücken, dann ist es nicht das Problem, dass die Kinder dann nicht zur Schule gehen“, sagte Schellenberg am Samstagabend in der RBB-„Abendschau“. Es werde mit Sicherheit keinen regulären Schulbetrieb geben.
Der Deutschen Presse-Agentur lag zudem ein Schreiben einer Schule in Lichterfelde an die Eltern vor, laut dem die Einrichtung am Montag geschlossen bleibt. „Wenn Sie momentan mit Ihren Kindern im Warmen und im Hellen sind und dort auch noch bleiben wollen/können, tun Sie das bitte. Wir rechnen momentan damit, dass die Schule frühestens am Donnerstag wieder offen sein wird“, hieß es in der Mail von Samstag weiter.
Der stellvertretende Bezirksbürgermeister Tim Richter sagte am Sonntag, der Bezirk sei bemüht, alternative Betreuungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche zu finden, deren Eltern selbst keine Betreuung ermöglichen können.
8 Uhr: Der massive Stromausfall hält auch am Sonntag weiter an. In der Nacht wurden jedoch knapp 7.000 Bewohner wieder an das Netz angeschlossen, teilte der Betreiber mit. Dennoch fehlt weiterhin mehr als 35.000 Menschen der Strom. Mehr dazu hier.
21 Uhr: Polizei und Feuerwehr sind die ganze Nacht über im Einsatz und ansprechbar, teilen die Beamten via X mit.
20.20 Uhr: Eine weitere Notunterkunft ist im Bürgersaal im Rathaus Zehlendorf zu finden (Teltower Damm 18, 14169 Berlin). Der Eingang befindet sich an der Kirchstraße 1/3.
19.40 Uhr: Die Polizei hat mehrere Lichtmasten errichtet. An diesen stehen Beamte einer Spezialeinheit zur Verfügung, um für Sicherheit zu sorgen, Fragen zu beantworten oder anderweitig zu unterstützen. Die Lichtmasten sind aufgestellt an folgenden Orten: S-Bhf. Osdorfer Str., Thermometersiedlung, Spanische Allee/Schopenhauerstr., Potsdamer Chaussee/Spanische Allee und Heinrich-Albertz-Platz. Eine mobile Wache ist am Sderotplatz positioniert.
Weitere Notunterkunft in Sporthalle von Grundschule
19.30 Uhr: Eine weitere Notunterkunft ist in der Sporthalle der Zinnowwald Grundschule in der Wilskistraße 78 (14163 Berlin) eingerichtet. Dort sind Feldbetten aufgebaut.
18.30 Uhr: Um sich aufzuwärmen, können Betroffene im Gemeindehaus der Emmaus-Kirchengemeinde (Onkel-Tom-Str. 80, 14169 Berlin) am Samstag von 19 bis 22 Uhr unterkommen sowie am Sonntag ab 9.30 Uhr. Dort können auch Handys aufgeladen werden und es gibt etwas Warmes zu trinken, teilt das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf mit. Das Matthäus-Gemeindehaus am Steglitzer Kreisel bietet am Sonntag 50 Menschen von 8 bis 20 Uhr eine Anlaufstelle.
18 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner dringt auf schnelle Aufklärung des Brandes, der den Stromausfall im Süden von Berlin verursacht hat. Der Stromausfall sei für die Betroffenen eine enorme Belastung. „Der Schutz unserer kritischen Infrastruktur hat für den Senat oberste Priorität“, schrieb der CDU-Politiker auf der Plattform X. „Wir unterstützen die laufenden Arbeiten und die Ermittlungen zur Ursache des Brandes mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln.“
17.30 Uhr: Mit Einsetzen der Dämmerung will die Polizei bestimmte Bereiche in dem betroffenen Gebiet ausleuchten. In der Dunkelheit wollen die Beamten verstärkt Streife fahren. 300 Polizisten seien zusätzlich im Einsatz.

Erste Notunterkunft eingerichtet
17.25 Uhr: Das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf hat eine erste Notunterkunft für Betroffene eingerichtet. Sie befindet sich im Cole-Sports-Center, Hüttenweg 43, 14169 Berlin. Weitere Unterkünfte sollen im Laufe des Abends folgen.
17.05 Uhr: Dem Staatsschutz des Landeskriminalamtes liegt ein Bekennerschreiber vor. Dessen Echtheit werde nun geprüft, teilte die Polizei auf der Plattform X mit.
16 Uhr: Die Polizei Berlin bittet Zeugen, die in den frühen Morgenstunden Auffälliges im Bereich der Bremer Straße in Lichterfelde bemerkt haben, sich zu melden. Ein Hinweistelefon ist eingerichtet unter 030/4664-952101.
15.30 Uhr: Der Betreiber Stromnetz Berlin hofft, 10.000 Haushalte in Lichterfelde ab Samstagabend aus anderen Netzteilen wieder versorgen zu können. Die übrigen 35.000 Kunden müssen auf die Reparatur des Netzes warten, die auch wegen des Winterwetters ungewöhnlich komplex ist. Sie benötigt nach Einschätzung des Betreibers bis Donnerstagnachmittag.
10 Uhr: Pflegeheim- und Krankenhausbetreiber beginnen, ihre Heime zu evakuieren.
8.30 Uhr: Die Polizei teilt mit, dass sie wegen des Verdachts der Brandstiftung ermittelt. Die Kriminalpolizei übernehme die Ermittlungen, sagt ein Sprecher vor Ort.
8 Uhr: In zahlreichen Häusern und Wohnungen ist in der Folge des Brandes der Strom ausgefallen, Heizungen funktionieren nicht. Auch das Internet geht nicht, die Handys haben kein Netz. Die Ampeln in den Stadtteilen Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde sind ausgefallen, die Supermärkte geschlossen. Die Polizei ist mit Lautsprecherwagen unterwegs und informiert die Anwohner mit Ansagen.
6.45 Uhr: Ein Zeuge alarmiert die Polizei zu einem Brand in Lichterfelde – mehrere Kabel einer Kabelbrücke brennen. Die Feuerwehr löscht den Brand.










