
Betrieb fällt mehrfach durch
Lebensmittelkontrolle findet Ekelerregendes
14.12.2025 – 08:00 UhrLesedauer: 3 Min.
In Berlin servieren Tausende Restaurants täglich ihre Speisen: Doch nicht jedes Essen wird in einer blitzblanken Küche zubereitet. Wie wird geprüft, ob Lokale sauber arbeiten?
Gammelfleisch, Mäusedreck und Schimmel in Restaurants: Solche Dinge spüren Lebensmittelkontrolleure auf. Sie werden regelmäßig fündig.
So zum Beispiel zuletzt bei einer Kontrolle in der „Han Factory“. Am vorletzten Dienstag wurde das koreanische Grillrestaurant sogar kurzfristig zeitweise geschlossen. Das Lokal war mehrfach kontrolliert worden, wiederholt wurden Mängel entdeckt.
Dazu erklärt das verantwortliche Bezirksamt Pankow, dass es sich um eine planmäßige Routinekontrolle im Rahmen der gesetzlich vorgegebenen Kontrollfrist gehandelt habe. Eine Veröffentlichung der genauen Mängel steht derzeit noch aus. „Mit Rücksicht auf laufende Verfahren kann zu dem konkreten Fall keine weitere Auskunft gegeben werden“, schreibt ein Sprecher des Bezirksamtes Pankow dazu auf Anfrage der Regionalredaktion von t-online in Berlin.
Nach gründlicher Auswertung werden die Ergebnisse der Kontrollen auf der Webseite des Bezirksamts Pankow veröffentlicht. Dort gibt ein stadtweit einzigartiges System Aufschluss über den Ausgang der Kontrollen der Lebensmittelaufsicht. Das Prinzip ist einfach: Nach jeder Inspektion wird dem Betrieb einer von drei Smileys zugewiesen, der die Bewertung von ’sehr gut‘ bis ’nicht ausreichend‘ veranschaulicht.
Das Bewertungssystem basiert auf Punkten, die in verschiedenen Bereichen vergeben werden, etwa für Hygiene, Temperaturkontrollen und Rückverfolgbarkeit der Herkunft von Lebensmitteln. Ein Betrieb, der bei der Kontrolle zwischen 77 und 80 Punkten erreicht, erhält die Bewertung „sehr gut“. Mängel führen zu einer schlechteren Bewertung: Wer zwischen 39 und 19 Punkten erzielt, erhält den Status „ausreichend“, und bei weniger als 18 Punkten wird der Betrieb als „nicht ausreichend“ eingestuft.
Schon im Frühjahr deckte ein Besuch der Kontrolleure bereits gravierende Mängel in der „Han Factory“ auf. Mit 14 von 80 Punkten war das Ergebnis „nicht ausreichend“ und wurde mit dem Solo-Smiley quittiert.
Damals bemängelten die Prüfer besonders die Personal- und Produktionshygiene des Lokals. Auch die Schulung der Mitarbeiter ließ laut Prüfbericht zu wünschen übrig.
Zudem wurde nicht sichergestellt, dass die Lebensmittel in allen Phasen der Zubereitung hygienisch unbedenklich bleiben. In dieser Kategorie erreichte die „Han Factory“ null Punkte.
Eine schlechte Bewertung muss jedoch für Berliner Gaststätten nicht gleich die Schließung bedeuten. Diese erfolgt in der Regel erst in schwerwiegenden Fällen, wenn die Mängel die Lebensmittelsicherheit oder die Gesundheit der Gäste gefährden. Meist werden die Missstände zunächst angemahnt und bei einer Nachkontrolle geprüft, ob sie behoben wurden.
Ein Großteil der Betriebe könne nach der Beseitigung der Mängel meist schnell wieder öffnen, betont die Behörde. So auch die „Han Factory“. Das Restaurant äußerte sich auf Anfrage bisher nicht.
Julia Schrod-Thiel ist Bezirksstadträtin der Abteilung Ordnung, Umwelt und Verkehr. Sie verantwortet die Lebensmittelkontrollen und sagt: „Bei Verstößen gegen die Hygienevorschriften greifen wir unverzüglich ein. Sollte die Lebensmittelsicherheit oder die Gesundheit der Menschen gefährdet sein, ist die Schließung betroffener Betriebe ein notwendiger Schritt.“ Ziel sei es aber, dass alle betroffenen Betriebe nach Beseitigung der Mängel wieder öffnen könnten.










