Bündnisverteidigung
Bereit zum „fight tonight“ – Merz besucht die Truppe
Aktualisiert am 30.04.2026 – 14:06 UhrLesedauer: 3 Min.
Das Deutsche Heer zieht Schlüsse aus einer veränderten Bedrohung. Billige Drohnen, Hightech-Überwachung und weitreichende Präzisionswaffen machen eine andere Art zu kämpfen nötig.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will weitere entschlossene Schritte für die Kampfbereitschaft der Bundeswehr gegen neue Gefahren. „Die Bedrohungen und die Art und Weise, wie Konflikte auf der Welt heute geführt werden, haben sich fundamental verändert und sie werden sich auch noch weiter verändern“, sagte er bei einem Truppenbesuch im niedersächsischen Munster, an dem auch Vizekanzler und SPD-Chef Lars Klingbeil teilnahm.
Beschaffung, Strukturen, personelle Ausstattung und Infrastruktur müssten allesamt auf diese Veränderungen und neuen Herausforderungen ausgerichtet sein und synchronisiert werden. Deutschland müsse jetzt schon abschreckungs- und verteidigungsbereit sein, fähig zum „fight tonight“, sagte Merz. Gleichzeitig müsse sich das Land auf die Herausforderungen von morgen und übermorgen vorbereiten. „Dies wird mit weiter größten Kraftanstrengungen verbunden sein.“
Landstreitkräfte üben den Kampf gegen neue Bedrohungen
Mit der in Munster laufenden Lehr- und Versuchsübung „Wie das Heer kämpfen wird“ sammeln die Soldaten Erfahrungen mit veränderten Bedrohungen.
Merz fuhr in einem Radpanzer GTK Boxer, begleitet von zwei Schützenpanzern des Typs Marder und Puma, zur Schießbahn drei des Truppenübungsplatzes. Die Strecke durch Heide und Kiefernwald führte entlang verschiedener Stationen, an denen Einsatzszenarien wie Instandhaltung, Luftabwehr und ein beweglicher Gefechtsstand mit Drohnenabwehr präsentiert wurden.

Auf der Schießbahn selbst beobachtete der Kanzler von einer Tribüne aus die dynamische Vorführung eines Gefechtsablaufs, bei der unterschiedliche Waffengattungen zum Einsatz kamen – neben Tiger-Kampfhubschraubern auch Panzer vom Typ Leopard 2 A6 und Panzerhaubitzen sowie Aufklärungs- und Kampfdrohnen für den Einsatz am Boden und in der Luft.
Dargestellt wurde im staubigen Sand der Heide ein teils von KI mitgesteuertes Gefechtsszenario, in dem ein Angreifer aus dem Osten auf eigenes Territorium vorrückte, dann aber erfolgreich zurückgedrängt wurde.
„Wir müssen künftig anders kämpfen“
„Durch Transparenz des Gefechtsfeldes, technologischen Fortschritt und Automatisierung der Waffen entstehen neue Möglichkeiten, auch über weite Entfernung präzise zu wirken“, sagte der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding, vorher der Deutschen Presse-Agentur.
Für die Männer und Frauen der Bundeswehr gebe es im Kampf „keine geschützten Räume mehr“, sagt Freuding. Das habe für die Landstreitkräfte revolutionäre Folgen.
„Massierung, also das gezielte Zusammenziehen und Konzentrieren von Truppe und Waffenwirkung an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit, war über Jahrhunderte die Voraussetzung für eine solche Schwerpunktbildung, für Initiative, für Entscheidung. Diese Massierung wird heute zum inhärenten Vernichtungsrisiko“, sagt er. Und: „Wir müssen künftig anders kämpfen.“











