
Hamburger Schauspielerin
Helga Feddersen: Mehr als die „Ulknudel der Nation“
Aktualisiert am 24.11.2025 – 19:15 UhrLesedauer: 2 Min.
Helga Feddersen galt lange als die „Ulknudel der Nation“. Doch sie konnte mehr als Komödie. Am 24. November 1990 starb das Hamburger Original.
Am Ende ihres Lebens war Helga Feddersen den Kampf gegen den Krebs leid. Sie starb am 24. November 1990 mit 60 Jahren in einer Hamburger Klinik, in den Armen ihres langjährigen Lebensgefährten Olli Maier, den sie noch auf dem Sterbebett geheiratet hatte. Feddersen musste wiederholt mit schweren Erkrankungen umgehen.
Die gebürtige Hamburgerin hatte von 1948 bis 1950 die Schauspielkunst bei Eduard Marks gelernt und spielte danach an Bühnen in Hamburg und Gelsenkirchen. Als 21-Jährige spielte sie an der Seite von Johannes Heesters eine Nebenrolle in der Komödie „Professor Nachtfalter“. Ihre aufstrebende Karriere wurde 1955 allerdings jäh unterbrochen, als ihr Gesicht nach einer Tumoroperation entstellt wurde.
Zwei Jahre lang konnte Helga Feddersen nicht auftreten, zeitweise verlor sie sogar die Fähigkeit, zu sprechen. Ihr Gesicht blieb durch die Narben und eine Lähmung stark beeinträchtigt. Dann kehrte sie als Souffleuse und Regieassistentin zum Norddeutschen Rundfunk zurück. Später übernahm sie wieder Schauspielrollen im Fernsehen und an Theaterbühnen wie dem Hamburger Schauspielhaus.
Obwohl Helga Feddersen auch in ernsthaften Rollen wie im Film „Buddenbrooks“ (1959) oder Rainer Werner Fassbinders „Lola“ (1981) Erfolge feierte, wurde sie einem Millionenpublikum vor allem als temperamentvolle Komödiantin bekannt. Sie trug den Spitznamen „Ulknudel der Nation“ – ihr Talent war es, Menschen zum Lachen zu bringen. 1975 spielte sie Else Tetzlaff in „Ein Herz und eine Seele“, moderierte die Sketch-Musiksendung „Plattenküche“ (1976-1980) mit Frank Zander und trat des Öfteren mit Dieter Hallervorden auf. Ihre gemeinsame Single „Du, die Wanne ist voll“ war 1978 ein echter Kassenschlager und hielt sich 21 Wochen lang in den Charts.
Was weniger bekannt ist: Helga Feddersen galt auch als talentierte Schriftstellerin. Sie verfasste mehrere Fernsehspiele wie „Vier Stunden vor Elbe I“ und „Sparks in Grönland“ und schrieb Drehbücher für Serien wie „Kümo Henriette“ oder „Helga und die Nordlichter“.
1983 eröffnete Feddesen gemeinsam mit Olli Maier das „Theater am Holstenwall“ in Hamburg. Die Bühne musste 1989 aus finanziellen Gründen schließen, als die Schauspielerin krankheitsbedingt nicht mehr auftreten konnte. Weitere Tumor-Operationen, eine Medikamentenabhängigkeit und eine Magersucht beeinträchtigten Helga Feddersen stark.
Zuletzt lebte sie zurückgezogen mit ihrem Partner in einem reetgedeckten Haus auf der Nordseeinsel Föhr. Ihre letzte Fernsehrolle glich einer Art Vorhersehung: Sie spielte eine Gastwirtin im ZDF-Film „Tote leben länger“.










