
Andere Kulturen
Ungewöhnliche Begrüßungsrituale und ihre Bedeutung
01.01.2026 – 14:00 UhrLesedauer: 2 Min.
In anderen Ländern gelten andere Sitten. Nicht überall ist es üblich, sich die Hände zu geben. Welche Begrüßungen gibt es und was bedeuten sie?
Begrüßungsrituale unterscheiden sich weltweit. Während in Europa das Händeschütteln üblich ist, gilt das auf anderen Kontinenten nicht immer. Auch ein leichtes Nicken oder Verbeugen können Rituale sein, die Respekt und Höflichkeit ausdrücken und die jeweilige kulturelle Identität prägen. Aber es gibt auch wesentlich seltsamere Möglichkeiten der Begrüßung.
Das häufigste Begrüßungsritual in Indien ist „Añjali mudrā“. Dabei legt man die Handflächen vor der Brust aneinander, verbeugt sich leicht und sagt: „Namasté“. Grob übersetzt bedeutet das: „Ich verbeuge mich vor dem Göttlichen in dir.“
Ähnlich ist das thailändische Begrüßungs- und Verabschiedungsritual, das „Sawaddee“. Dabei werden die Hände vor der Brust zusammengefaltet und eine leichte Verbeugung ausgeführt, was Respekt und Freundlichkeit symbolisiert. Die Position der Hände ist wichtig: Je näher sie am Gesicht sind, desto respektvoller ist der Gruß.
Auch in Japan verbeugt man sich zur Begrüßung. Die Verbeugung erfolgt durch eine 45-Grad-Neigung des Oberkörpers aus der Hüfte heraus. Dabei werden die Hände nahe an Hüften oder Oberschenkeln gehalten und die Position wird für einige Sekunden beibehalten. Die Tiefe der Verbeugung gilt als Maß für den ausgedrückten Respekt: je tiefer, desto respektvoller die Geste.
Zu den traditionellen Grußformen in Malaysia zählt der „Salam“, der Respekt und Höflichkeit ausdrückt. Dabei beugen sich die Personen leicht nach vorn und machen eine Handbewegung, bei der die Handflächen zusammengelegt und leicht angehoben werden.
Der traditionelle philippinische Gruß „Mano Po“ ist ein wichtiges Zeichen des Respekts gegenüber älteren Menschen und Respektpersonen. Bei dieser Geste wird die Hand des Gegenübers behutsam an die eigene Stirn oder das Gesicht geführt.
Die respektvolle Tradition findet bei Familienfeiern und festlichen Anlässen, aber auch im Alltag Anwendung. Der Brauch verkörpert die tiefe Wertschätzung, die in der philippinischen Kultur dem Alter und der Erfahrung entgegengebracht wird.
Beim traditionellen tibetischen Begrüßungsritual legt man die Stirn aneinander und streckt die Zunge heraus. Das Ritual hat seinen Ursprung im 9. Jahrhundert. Damals regierte König Lang Darma Tibet, dessen Zunge der Überlieferung nach dunkel war. Da die Tibeter an Reinkarnation glauben, zeigen sie ihre Zunge, um zu zeigen, dass sie nicht die Wiedergeburt des bösen Königs sind.
Heute gilt der tibetanische Zungengruß als Ausdruck von Respekt, Wertschätzung und Freundlichkeit. Besonders bei religiösen Zeremonien und Begegnungen mit älteren Personen sowie spirituellen Lehrern wird er angewendet.










