Paukenschlag auf der Wiesn
Dieser Wirt ersetzt kurzfristig die „Münchner Stubn“
08.07.2026 – 04:48 UhrLesedauer: 2 Min.
Überraschung auf dem Oktoberfest: Ein Campingplatz-Chef übernimmt kurzfristig ein Festzelt. Nur zehn Wochen bleiben ihm – und er hat große Pläne.
Zehn Wochen vor dem Anstich hat das Oktoberfest einen neuen Zeltwirt: Campingplatz-Chef Klaus Bartl übernimmt kurzfristig ein kleines Festzelt auf der Theresienwiese. Sein Zelt soll „Bartls Flößerstadl“ heißen. Grünes Licht kam am Dienstag (7. Juli) aus dem Münchner Stadtrat, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten.
Bartl rückt für die „Münchner Stubn“ von Alexander Egger nach, der den Vertrag nicht rechtzeitig unterschrieb – die Frist lief am 3. Juni ab. Bartl war mit einem knapp kleineren Entwurf (11,5 mal 32,5 Meter) zunächst gescheitert, stand als nächster Bewerber aber bereit. Wiesn-Chef Christian Scharpf (SPD) zeigte sich gegenüber dem „Merkur“ erleichtert: „Ich freue mich, dass es uns so schnell gelungen ist, mit Klaus Bartl einen Nachfolger zu finden, der sich zutraut, den Zeltaufbau und die Betriebsvorbereitung für das Oktoberfest in der kurzen Zeit von zehn Wochen zu stemmen.“
Münchner Oktoberfest steigt vom 19. September bis 4. Oktober
Bartl, der neben dem Campingplatz in München-Thalkirchen auch den Almwirt in Haar führt, ist Mitglied im Münchner Flößer-Kulturverein. „Die Isar-Flößerei ist bayerisches Kulturgut, deswegen soll mein Flößerstadl-Zelt die Geschichte und Bedeutung der Flößerei für München und die Region aufgreifen“, wird er im Bericht des „Merkuer“ zitiert. Kulinarisch will er ein Stück weit vom klassischen Hendl abrücken: Beim Straßenverkauf setzt er auf bayerische Suppen, dazu sollen „g’rupfte Antn“ – also Ente – in der Semmel, Vegetarisches und Schalengerichte kommen. Beim Bier peilt er das „gute Mittelfeld“ an, am liebsten aus dem Holzfass.
Gefeiert wird in diesem Jahr vom 19. September bis 4. Oktober. Die „Münchner Stubn“ mit 440 Plätzen war längst zugelassen, doch Egger schickte den Vertrag nicht zurück. Er und seine Frau Kathrin Wickenhäuser-Egger wollten den Betrieb um einen Biergarten mit 190 Plätzen und eine Außen-Bar erweitern – beides lehnte die Stadt ab. Eggers Vorstoß gegen das städtische Vergabesystem für die großen Festzelte beschäftigt am 11. September das Oberste Landesgericht.
Ob Bartl das Zelt in der knappen Zeit tatsächlich hochzieht, ist offen. Ein freiwilliger Rückzug so kurz vor der Wiesn ist selten – der erzwungene Wirtewechsel dagegen kommt häufiger vor. 1994 wurden die Hippodrom-Betreiber Anton und Marianne Weinfurtner wegen Steuerhinterziehung festgenommen; die Spaten-Brauerei setzte kurzfristig einen Treuhänder ein. 1984 verlor Richard Süßmeier vom Armbrustschützenfestzelt seine Konzession sogar mitten im laufenden Oktoberfest.











