Brandkatastrophe von Crans-Montana
Barbetreiberin zündete Fontänenkerzen wohl selbst an
Aktualisiert am 30.04.2026 – 03:34 UhrLesedauer: 3 Min.
Neue Videoauswertungen belasten die Betreiberin der Bar in Crans-Montana schwer. Darin tauchen Szenen auf, die ihre früheren Aussagen ins Wanken bringen könnten.
Nach dem Brand in einer Bar in Crans-Montana zu Neujahr belasten Videoauswertungen der Katastrophe die Betreiberin schwer. In den Aufnahmen soll zu sehen sein, wie Jessica M. gemeinsam mit fünf Mitarbeitern die Wunderkerzen an den Champagnerflaschen anzündet. Das berichtet die italienische Zeitung „Corriere della Sera“ unter Berufung auf Anwälte, die Hinterbliebene und Überlebende vertreten. Die Juristen konnten demnach das von der Polizei rekonstruierte Videomaterial aus 14 Kameras aus der verhängnisvollen Nacht sichten.
Bei dem Brand in der Bar „Le Constellation“ in dem Schweizer Skiort waren 41 zumeist junge Menschen ums Leben gekommen. 115 weitere Personen erlitten Verletzungen. Nach Ermittlungen der Schweizer Behörden hatten Funken von Feuerwerksfontänen das Dämmmaterial an der Decke des Untergeschosses der Bar in Brand gesetzt.
Gegen die Barbetreiber, das Ehepaar Jacques und Jessica M., wird ermittelt – unter anderem wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandstiftung. Ein Notausgang soll blockiert gewesen sein. Jacques M. zudem hatte den leicht entflammbaren Akustikdämmstoff 2015 selbst an der Decke seiner Bar angebracht. Das Paar ist schon mehrfach verhört worden und gegen Kaution auf freiem Fuß.
Im Video | Aufnahmen aus Crans-Montana lösen Fassungslosigkeit aus
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Die Videos sollen laut den Anwälten der Opfer in Widerspruch zu den Aussagen der Barbetreiberin stehen, in denen sie jegliche Verantwortung für den Brand zurückgewiesen hatte. „Corriere de la Sera“ zitierte die Anwälte der Opfer mit den Worten: „Aus den Videos ergibt sich ein sehr klares Bild, das im Widerspruch zu den Aussagen der Frau steht, sowohl in Hinsicht auf die Entstehung des Brandes als auch der unmittelbar darauffolgenden Momente“.
Jessica M. hatte auch die Anschuldigung zurückgewiesen, dass sie inmitten des Chaos weggerannt sei und dabei sogar die Kasse mitgenommen habe. Zwar sei sie hinausgerannt, soll M. dazu ausgesagt haben, doch nur, um die Feuerwehr zu rufen. Die Kasse habe sie dabei nicht mitgenommen.
Laut „Corierre de la Sera“ soll in den Aufnahmen nun aber zu sehen sein, dass M., als die Decke Feuer fängt, hastig eine Treppe in Richtung Ausgang hinaufsteigt und sich in Sicherheit bringt – ohne sich um die Gäste zu kümmern. Dabei sei sie auch an einigen Mädchen vorbeigegangen, die gerade den Club betraten, und habe sie nicht daran gehindert. Immerhin habe sie die Kasse offenbar nicht mitgenommen, schreibt die Zeitung.
