
Beim Schlafen kann es in Rückenlage außerdem helfen, ein Kissen unter die Knie zu legen, sodass diese leicht angewinkelt sind – das entlastet den unteren Rücken. Wer die Seitenlage bevorzugt, sollte darauf achten, dass das Kopfkissen nicht zu hoch ist: Der Kopf sollte nicht abknicken, sondern möglichst gerade in Verlängerung der Wirbelsäule liegen. In Seitenlage kann es zudem helfen, die Beine etwas anzuwinkeln und ein Kissen zwischen die Knie zu legen.
Gegen die Schmerzen verschreibt der Arzt oder die Ärztin bei einem Bandscheibenvorfall häufig entzündungshemmende Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika) wie Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen. Werden diese nicht gut vertragen, bietet sich alternativ Paracetamol an. Zusätzlich kann Wärme helfen, etwa in Form von Wärmekissen, einem heißen Bad oder Rotlicht.
Lassen die Schmerzen damit nicht nach, kann überdies eine Behandlung mit entzündungshemmenden Glukokortikoiden infrage kommen, entweder in Form von Tabletten oder als Spritze, die nahe am Ort des Bandscheibenvorfalls verabreicht wird. Daneben können Muskelrelaxanzien bei einem Bandscheibenvorfall helfen, die schmerzhaft verspannte Muskulatur zu lösen.
Zusätzlich verschreibt der Arzt oder die Ärztin bei einem Bandscheibenvorfall in der Regel Physiotherapie, sobald die Schmerzen deutlich nachlassen. Dabei bekommen Betroffene Übungen und Positionen gezeigt, die sie zu Hause durchführen können und die dazu beitragen, die Schmerzen zu lindern. Später kommen Übungen dazu, die eine schwache Muskulatur stärken sollen.
All diese Behandlungsformen können nicht dabei helfen, bei einem Bandscheibenvorfall die Heilung zu beschleunigen. Sie tragen jedoch dazu bei, die Zeit, die der Körper für die Genesungsprozesse braucht, möglichst beschwerdefrei zu überstehen.
In den meisten Fällen (mehr als 80 Prozent) ist bei einem Bandscheibenvorfall keine Operation notwendig. Sie kommt als Behandlung nur unter bestimmten Bedingungen infrage. Etwa wenn
- die Ischiasschmerzen nach einem Bandscheibenvorfall länger als sechs bis zwölf Wochen unvermindert stark anhalten.
- der Bandscheibenvorfall die Nerven so sehr beeinträchtigt, dass Harn oder Stuhl nicht richtig gehalten werden können oder er eine Muskelschwäche hervorruft.
In diesen Fällen wird der Arzt oder die Ärztin einen operativen Eingriff erwägen, um jene Teile der Bandscheibe zu entfernen, die das Nervengewebe einengen. Solch eine OP ist jedoch kein Schutz vor einem weiteren Bandscheibenvorfall: Bei etwa ein bis zwei von zehn Menschen kommt es später zu einem erneuten Bandscheibenprolaps.
Bandscheibenvorfall: Welche Übungen helfen
Sind die akuten Schmerzen nach einem Bandscheibenvorfall im LWS-Bereich vorüber, können verschiedene Übungen dabei helfen, die Rumpfmuskulatur zu dehnen und zu stärken und so zu stabilisieren. Denn schwache Bauch- und Rückenmuskeln begünstigen einen Bandscheibenvorfall.
Nachfolgend finden Sie Beispiele, wie solche Übungen aussehen können; es gibt jedoch eine Vielzahl von ihnen. In der Regel bekommen Betroffene bereits im Rahmen der verschriebenen Physiotherapie Übungen erklärt, die für sie gut sind und auch zu Hause durchgeführt werden sollen.
- HWS-Bandscheibenvorfall: Welche Übungen helfen
Falls Sie vorhaben, nach einem Bandscheibenvorfall Übungen auf eigene Faust zu praktizieren, halten Sie vorher am besten Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin oder Ihrer physiotherapeutischen Praxis. Wichtig bei allen Übungen ist, diese achtsam auszuführen, es nicht zu übertreiben und aufzuhören, falls dabei Schmerzen auftreten.
LWS-Übung 1: Superman
Legen Sie sich mit ausgestreckten Armen und Beinen auf den Bauch. Heben Sie die Arme gestreckt etwas an und halten Sie die Position für einige Sekunden. Legen Sie die Arme wieder ab. Wiederholen Sie die Übungen mit gestreckten Beinen. Wenn Sie mögen, führen Sie die Übung nun mit gestreckten Armen UND Beinen durch – aber geraten Sie dabei nicht ins Hohlkreuz.
LWS-Übung 2: Vierfüßler-Stand mit Beugen und Strecken des diagonalen Arms und Beins
Begeben Sie sich in den Vierfüßler-Stand: Die Knie befinden sich senkrecht unter der Hüfte, die Hände unter den Schultergelenken. Bewegen Sie den Rücken in eine neutrale, tischartige Position – also weder nach unten noch nach oben durchgedrückt. Der Kopf befindet sich in Verlängerung der Wirbelsäule.
Strecken Sie den linken Arm und das rechte Bein gerade aus und halten Sie die Position einige Sekunden. Wiederholen Sie alles mit dem rechten Arm und dem linken Bein.

Manche Übungen sind nach einem Bandscheibenvorfall eher nicht zu empfehlen. Meiden sollten Betroffene vorsichtshalber alle Übungen, bei denen zu viel Druck im unteren Rücken oder ein starkes Hohlkreuz entsteht.
Demzufolge eignen sich etwa Übungen, die mit starkem Bauchpressen einhergehen (wie Sit-ups, Crunches) sowie Kniebeugen in der Regel nicht so gut. Auch von Kraftübungen wie dem Schulterdrücken (Überkopfdrücken), bei denen Gewichte über Kopfhöhe gehoben werden, ist eher abzuraten.











