Sendungen fallen aus
NDR-Auszubildende streiken in Hannover
Aktualisiert am 25.06.2026 – 19:00 UhrLesedauer: 2 Min.
Streik am Messestand der „IdeenExpo“: Verdi ruft die Beschäftigten des Norddeutschen Rundfunks (NDR) in Niedersachsen und Hamburg dazu auf, die Arbeit niederzulegen. Das sagt der Sender.
Dem Aufruf der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) zu einem ganztägigen Warnstreik folgten nach Angaben der Gewerkschaft eine deutliche Mehrheit der rund 30 Auszubildenden, die derzeit auf dem Messegelände in Hannover eingesetzt werden.
Beim Messebesuch des NDR-Intendanten Hendrik Lünenborg hätten die Azubis ihre Anliegen nochmals vorgetragen, heißt es in der Mitteilung: Neben besserer Bezahlung würde es ihnen insbesondere um eine bessere Perspektive nach der Ausbildung gehen. In der Regel würden Auszubildende im NDR trotz bester Qualifikationen ausschließlich befristet übernommen, heißt es in der Verdi-Mitteilung.
Gewerkschaften und NDR-Geschäftsleitung verhandeln weiter
Björn Siebke, Verdi-Verhandlungsführer und zuständig für den NDR, sagt: „Dabei stehen im NDR zahlreiche Verrentungen bevor und die Medienwelt ändert sich so schnell, dass der NDR eigentlich dauerhaft junge, bestens qualifizierte Nachwuchskräfte benötigen müsste. Kettenbefristungen bieten keine Perspektive.“
Der Streik dauert nach Verdi-Angaben noch bis in die Nacht zu Freitag, 1.30 Uhr, an.
Am Freitag, 26. Juni, treffen Gewerkschaften und NDR-Geschäftsleitung in Hamburg zum sechsten Verhandlungstermin aufeinander.
Das sagt der NDR zu den Forderungen von Verdi
Verdi fordert für die rund 5.000 festen und freien NDR-Beschäftigten unter anderem eine Tarifsteigerung von 7 Prozent, mindestens jedoch 300 Euro. Zudem soll es eine Anhebung der Auszubildendenvergütung um 200 Euro monatlich, eine Übernahmegarantie für Auszubildende sowie eine Honorarsteigerung um 7 Prozent geben. Verdi erwartet zudem einen Abbau von Beschäftigungshürden für Freie.
Die Verdi-Forderungen weist der NDR in ihrer Gesamtheit zurück, wie der Sender auf t-online-Nachfrage mitteilte. Verwaltungsdirektorin Ulrike Deike erklärt: „Mit der unveränderten Forderung nach einer siebenprozentigen Steigerung von Gehalt und Honoraren für nur zwölf Monate verlässt die streikende Gewerkschaft den Boden der wirtschaftlichen Vernunft. Hinzu kommen weitere Forderungen, die für den NDR schlicht nicht finanzierbar und umsetzbar sind.“
Streik trifft auch Sendungen des NDR
Vor dem Hintergrund der sehr schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen beim NDR sei das Angebot solide finanziert, sagt Deike. NDR-Justitiar Michael Kühn ergänzt: „Der NDR ist verpflichtet, mit dem Geld der Beitragszahlerinnen und Beitragszahler verantwortungsbewusst umzugehen. Dazu gehören ganz sicher nicht Führerscheine für alle Auszubildenden und Volontäre. Im NDR haben viele das bereits verstanden. Die Forderungen von Verdi sind jedoch unangemessen.“
Der Streik trifft laut des Senders auch NDR-Programme. So fallen am Donnerstagabend unter anderem Sendungen des Hamburg Journals um 18 Uhr und um 19.30 Uhr aus, informiert der NDR. So reagierte der Sender auf die kurzfristigen Programmausfälle.











