- Blutuntersuchungen können zeigen, ob Hormonwerte wie Testosteron, FSH (follikelstimulierendes Hormon) oder LH (luteinisierendes Hormon) abweichen.
- Genetische Tests geben Aufschluss, ob erbliche Faktoren als Ursache infrage kommen.
- Bildgebende Untersuchungen der Hoden, etwa mit Ultraschall oder Magnetresonanztomografie, decken möglicherweise bestehende strukturelle Probleme auf.
Azoospermie: Lässt sie sich behandeln?
Ob sich eine Azoospermie behandeln lässt, hängt von der genauen Ursache ab. Während sich eine obstruktive Azoospermie häufig durch operative Eingriffe beheben lässt, ist die Behandlung der nicht-obstruktiven Form in der Regel deutlich schwieriger.
Als Behandlungsmethoden kommen gegebenenfalls infrage:
- Operative Eingriffe: Blockaden in den Samenwegen lassen sich in einigen Fällen chirurgisch beheben.
- Hormontherapie: Bei hormonellen Problemen können Medikamente helfen, die Produktion von Spermien anzuregen.
- Behandlung bestehender Infektionen: Liegt der Azoospermie eine bakterielle Infektion zugrunde, können Antibiotika helfen.
- Spermienentnahme: In einigen Fällen lassen sich Spermien direkt aus den Hoden entnehmen (testikuläre Spermienextraktion, sogenannte TESE), um sie für eine künstliche Befruchtung zu verwenden.
Ist die Azoospermie infolge einer Überwärmung der Hoden entstanden, ist normalerweise keine Behandlung erforderlich. Sobald die Überwärmung endet, beginnen die Hoden nach einer Weile wieder mit der Spermienproduktion.
Sofern der Verdacht besteht, dass bestimmte Medikamente die Spermienentwicklung beeinträchtigen, sollten Betroffene mit dem Arzt oder der Ärztin Rücksprache halten, wie nun zu verfahren ist. Unter Umständen ist es möglich, auf ein anderes Präparat zu wechseln.
Trägt ein ungesunder Lebensstil zu der Azoospermie bei, ist es ratsam, auf Tabak, Alkohol oder Drogen zu verzichten.
Es gibt zudem verschiedene Methoden, die Chancen auf eine Vaterschaft zu erhöhen, etwa eine künstliche Befruchtung: Sofern sich Spermien entnehmen lassen, können diese für eine ICSI (intrazytoplasmatische Spermieninjektion) genutzt werden. Dabei wird eine einzelne Samenzelle direkt in die Eizelle der Partnerin injiziert.
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Sich psychologische Unterstützung suchen
Lautet die Diagnose Azoospermie, kann das betroffene Männer beziehungsweise Paare mit Kinderwunsch emotional stark belasten. Hier kann es womöglich ratsam sein, psychologische Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Auch Selbsthilfegruppen oder Beratungsstellen können helfen, mit der Situation besser umzugehen.
Fazit: Das Wichtigste in Kürze
Azoospermie ist eine Ursache für männliche Unfruchtbarkeit, kann aber in vielen Fällen behandelt werden. Die Diagnose muss daher kein Grund sein, den Kinderwunsch aufzugeben. Ein frühzeitiger Arztbesuch und eine umfassende Diagnostik sind entscheidend, um passende Behandlungsmöglichkeiten zu finden.
