Trennung von Fabians Vater „war ein Schock“
Gina H. zeichnet von sich selbst das Bild einer Frau, die eine schwere Kindheit erlebte. Ihre Mutter habe sie einmal im Drogenrausch auf dem Boden liegend gefunden, das Verhältnis zur Schwester sei schwierig gewesen. Es ist zunächst keine Generalabrechnung, die Gina H. vorträgt, eher eine Abrechnung mit dem eigenen Leben.
Sie berichtet von der Beziehung zu Fabians Vater, der sich von ihr nach mehrjähriger Beziehung im August 2025 trennte. „Das war ein Schock“, erzählt Gina H. Ihre Stimme klingt monoton, ihr Blick weicht nicht vom Stapel Papier, dessen Inhalt sie Wort für Wort vorliest. An keiner Stelle weicht sie vom Manuskript ab, manchmal müssen ihre Anwälte ihr helfen, wenn sie ein Wort falsch betont. Als sie vom Tod eines geliebten Pferdes berichtet, kommen ihr die Tränen. Ihre Anwälte streichen ihr über den Arm, eine Geste des Trosts. Sie atmet tief ein und aus, setzt dann ihre Aussage fort. Dass behauptet wird, sie liebe ihre Pferde mehr als ihren leiblichen Sohn, kränke sie sehr, sagt sie. Wieder fließen Tränen.
Gina H. gesteht Fehler ein
In diesem Moment wirkt Gina H. verletzlich, gesteht Fehler ein: Sie berichtet über ihren Job in einem Reitgeschäft, den sie nach nur wenigen Monaten wieder verlor. „Ich wurde völlig zu Recht gefeuert“, sagt sie. Sie habe versucht, zu stehlen, gibt sie reumütig zu Protokoll.
Gina H. gibt zu, sich „in Streit- und Stresssituationen kaum zurückhalten“ zu können. Sie sei „misstrauisch, eifersüchtig“ und „erkenne einen Kontrollzwang“ bei sich selbst. Als Fabians Vater nach dem Verschwinden seines Sohnes ihre Hilfe nicht annahm und Kontakt zu anderen Frauen hatte, habe sie das „mehr beschäftigt als das Verschwinden von Fabian selbst“.
Fall Fabian: Stimmung kippt innerhalb von Momenten
Doch dann kippt die Stimmung. Plötzlich ist da nicht mehr eine selbstkritische, sondern eine in Selbstmitleid zerfließende Gina H. „Ich bin das Bauernopfer“, behauptet sie. Einige der Zuschauer kichern leise, aber hörbar, als sie das sagt. Gina H.s Anwalt Thomas Löcker hatte zuvor noch gewarnt: Sollte jemand Gina H. während ihrer Aussage auslachen, werde sie diese abbrechen. Es bleibt bei der Drohung. Später wird Gina H. der Staatsanwaltschaft und dem Gericht vorwerfen, voreingenommen zu sein, sie von vorneherein als Täterin ausgemacht zu haben.











