„Das ist schon besonders“
„Tagesschau“ sendet Ausgabe ohne Hintergrundbilder
15.04.2026 – 10:51 UhrLesedauer: 2 Min.
In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch waren in der ARD die Auswirkungen des Warnstreiks zu sehen. NDR-Mitarbeitende fordern unter anderem eine Lohnsteigerung von 7 Prozent.
„Tagesschau“-Sprecherin Kirsten Gerhard präsentierte in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch eine ungewöhnliche Ausgabe der Nachrichtensendung. Pünktlich um 0.05 Uhr begrüßte sie das TV-Publikum und erklärte zunächst: „Aufgrund eines Warnstreiks im Norddeutschen Rundfunk haben wir im Moment leider keine Bilder im Hintergrund.“
Tatsächlich blieb die blaue Wand hinter ihr während der gesamten Sendung leer. Einen kleinen Ausschnitt davon veröffentlichte Gerhard selbst auf ihrem Instagram-Profil. Die bewegten Einspieler wurden allerdings wie gewohnt gezeigt. Auch die übrigen „Tagesschau“-Ausgaben am Dienstag wurden normal ausgestrahlt. Schon vor dem Ausstand erklärte der NDR, dass man versucht, die Auswirkungen des Warnstreiks auf seine Programme so gering wie möglich zu halten.
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Am Dienstag hatten sich rund 150 freie und feste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) an dem am Morgen begonnenen Warnstreik beteiligt. Er sollte zunächst nur bis Mittwoch, 1.30 Uhr, andauern. Allerdings hat die Arbeitgeberseite bei den Tarifverhandlungen erneut kein tragfähiges Angebot vorgelegt. Der Warnstreik geht deswegen in die Verlängerung. Der Ausstand werde um 24 Stunden bis Donnerstag, 1.30 Uhr, verlängert, sagte Verdi-Verhandlungsführer Björn Siebke der dpa. Die vierte Verhandlungsrunde sei auf den 19. Mai terminiert.
Die Gewerkschaft Verdi hatte die festen und freien Mitarbeiter zum Warnstreik aufgerufen, um den Druck auf den Arbeitgeber während der laufenden Tarifverhandlungen zu erhöhen. Es hatte bereits zwei Verhandlungstermine ohne Einigung gegeben.
Verdi fordert für die rund 5.000 NDR-Beschäftigten im gesamten Norden unter anderem eine Lohnsteigerung von 7 Prozent, mindestens jedoch 300 Euro, und 200 Euro mehr sowie eine Übernahmegarantie für Auszubildende. Den Angaben zufolge bietet der NDR bisher 1,23 Prozent mehr Lohn zum 1. Juli und jeweils weiter 1 Prozent im Juni 2027 und im April 2028.
„Das vorgelegte Angebot steht für wirtschaftliche Vernunft und garantierte Sicherheit“, hieß es dazu vom NDR. Vor dem Hintergrund der sehr schwierigen Rahmenbedingungen sei das Angebot solide finanziert. „Der NDR ist verpflichtet, mit dem ihm von den Beitragszahlenden zur Verfügung gestellten Geld verantwortungsbewusst umzugehen.“











