
Scharfe Kritik
Aufzug kaputt: Bahn schickt Reisende auf lange Umwege
10.02.2026 – 12:16 UhrLesedauer: 2 Min.
Kein Aufzug, lange Wege: Am Bahnhof Elmshorn müssen viele Reisende monatelang große Umwege in Kauf nehmen. Die Bahn erntet dafür scharfe Kritik.
Täglich strömen rund 20.000 Menschen durch den Bahnhof Elmshorn. Von hier geht es nach Hamburg, Kiel, Flensburg oder weiter bis nach Sylt. Für viele Reisende ist der Weg zum Zug derzeit jedoch eine Hürde: Der einzige Aufzug ist kaputt. Wer mit Kinderwagen, Rollstuhl oder schwerem Gepäck unterwegs ist, kommt nur noch über Treppen weiter – und das voraussichtlich ein halbes Jahr lang.
Seit dem 9. Februar steht der Aufzug an den Gleisen 2 und 3 still. Er habe seine technische Lebensdauer erreicht und sei stark verschlissen, teilte die Deutsche Bahn mit. Die Reparatur soll bis August dauern. Für diese Zeit hat der Konzern ein Ersatzkonzept vorgelegt.
Reisenden aus Kiel, Westerland und Flensburg empfiehlt die Bahn, zunächst bis Tornesch weiterzufahren und von dort mit einer Regionalbahn nach Elmshorn zurückzukehren. Die Züge kommen dort am barrierefreien Gleis 1 an. Je nach Verbindung verlängert sich die Fahrt um bis zu 50 Minuten.
Wer aus Richtung Wrist kommt, soll bis Pinneberg fahren und anschließend zurück nach Elmshorn. Auch hier müssen Fahrgäste rund 45 Minuten mehr Zeit einplanen.
Etwas entspannter ist die Situation für Reisende aus Hamburg: Die meisten Züge erreichen ebenfalls Gleis 1. Einschränkungen gibt es bei einzelnen Verbindungen, die in Elmshorn enden. Wer von dort barrierefrei nach Hamburg fahren will, soll laut Bahn auf Busse Richtung Pinneberg ausweichen und dort in die S-Bahn umsteigen. Die Fahrt dauert dadurch bis zu eine Stunde länger.
Kritik an dem Konzept kommt aus der Stadt. „Das ist doch eine Zumutung, eine nicht hinnehmbare Belastung für die Betroffenen“, sagte die Behindertenbeauftragte Frauke Hütmann den „Elmshorner Nachrichten“. Auch die Elmshorner CDU-Politiker Daniel Kölbl (Bundestag) und Birte Glißmann (Landtag) sprachen in einem offenen Brief von einer „erheblichen, teils unzumutbaren Belastung“.
Unmut gibt es auch bei den Fahrgästen. „Eine Katastrophe“, sagte eine Frau dem NDR. Eine andere kritisierte, es gebe keinen echten Plan B. Für Anke Schmidt, die nach eigenen Angaben auf den Zug angewiesen ist, um lebenswichtige Behandlungen wahrzunehmen, bedeute das Ersatzkonzept der Bahn „puren Stress“.











