Auch bei Sommerhitze
Bei dieser Erkrankung besser nicht barfuß laufen
18.06.2026 – 07:14 UhrLesedauer: 2 Min.
Barfuß durch den Sommer? Für Menschen mit Diabetes kann das gefährlich werden. Schon kleine Verletzungen an den Füßen können ernste Folgen haben.
Warmer Sand unter den Füßen, ein Spaziergang über die Wiese oder einfach barfuß auf der Terrasse, das gehört für viele zum Sommer dazu. Menschen mit Diabetes sollten jedoch vorsichtig sein: Bei ihnen können schon kleine Verletzungen an den Füßen schwerwiegende Folgen haben, warnt die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG).
Warum Diabetes die Füße gefährdet
Etwa jeder dritte Mensch mit Diabetes entwickelt im Laufe der Erkrankung eine sogenannte diabetische Neuropathie. Dabei nehmen infolge der Stoffwechselstörung die Nerven Schaden, sodass Schmerzen, Druck oder Hitze an den Füßen schlechter wahrgenommen werden. Blasen, Druckstellen oder sogar Verbrennungen bleiben daher häufig unbemerkt. Deshalb rät Prof. Dr. Farzin Adili von der DGG: „Wer an Diabetes leidet, sollte seine Füße im Sommer schützen und keinesfalls barfuß laufen.“
- Diabetes: Diese Folgeerkrankungen drohen
Heiße Böden können Verbrennungen verursachen
An sonnigen Tagen können sich Asphalt, Pflastersteine, Terrassenplatten oder Sand stark aufheizen. Gesunde Menschen ziehen den Fuß reflexartig zurück, wenn es zu heiß wird. Bei einer Nervenschädigung fehlt dieses Warnsignal jedoch oft.
Dadurch können Verbrennungen entstehen, ohne dass Betroffene es sofort bemerken. Auch Glassplitter, Dornen, Muscheln oder kleine Steine können unentdeckt Verletzungen verursachen.
Wenn kleine Wunden nicht heilen
Zusätzlich leiden Menschen mit Diabetes häufiger an Durchblutungsstörungen der Beine und Füße. Diese können die Wundheilung erheblich verschlechtern.
- Diabetes: Wieso es oft zu Wundheilungsstörungen kommt
Treffen Nervenschädigungen und eine eingeschränkte Durchblutung zusammen, kann aus einer kleinen Verletzung eine chronische Wunde entstehen. Fachleute sprechen dann vom diabetischen Fußsyndrom. Es zählt zu den schwersten Komplikationen der Zuckerkrankheit und erhöht das Risiko für Amputationen deutlich.
Die internationale Leitlinie der International Working Group on the Diabetic Foot (IWGDF) empfiehlt Menschen mit erhöhtem Risiko für Fußgeschwüre (Fußulzera) daher ausdrücklich, weder draußen noch in der Wohnung barfuß zu laufen. Auch Socken oder dünne Hausschuhe bieten oft keinen ausreichenden Schutz. Empfohlen werden stattdessen Schuhe mit fester Sohle, ausreichend Platz und weichem Material ohne störende Innennähte. Sie schützen vor Hitze, Druckstellen und Fremdkörpern.
Füße täglich kontrollieren
Fachleute raten außerdem dazu, die Füße täglich auf Auffälligkeiten zu untersuchen. Rötungen, Blasen, Druckstellen, Schwellungen oder schlecht heilende Wunden sollten Betroffene rasch ärztlich abklären lassen.
Sommer genießen, aber auf die Füße achten
Menschen mit Diabetes müssen im Sommer nicht auf Strand, Garten oder Freibad verzichten. Ihre Füße sollten sie jedoch konsequent schützen. Was für andere ein harmloses Sommervergnügen ist, kann bei Diabetes zu Verletzungen führen, die lange unbemerkt bleiben und im schlimmsten Fall schwerwiegende Folgen haben können.











