„Ich dachte, ich schwebe“
Diese Momente nach der Landung überraschen
Aktualisiert am 17.04.2026 – 04:23 UhrLesedauer: 3 Min.
Als erste Menschen seit mehr als 50 Jahren haben die „Artemis 2“-Astronauten den Mond umrundet. Zurück auf der Erde erzählen sie jetzt erstmals ausführlich davon.
Rund eine Woche nach Beendigung ihrer Mondmission müssen sich die „Artemis 2“-Astronauten schrittweise wieder an das Leben auf der Erde gewöhnen. „In den ersten Tagen dachte ich, ich würde schweben“, sagte die Astronautin Christina Koch am Donnerstag bei einer Pressekonferenz im Nasa-Zentrum in Houston. „Ich war wirklich davon überzeugt, dass ich schwebe, und musste mir selbst klarmachen, dass das nicht der Fall war.“ Einmal sei sie sehr überrascht gewesen, dass ein T-Shirt, das sie losgelassen habe, auf den Boden gefallen sei und nicht geschwebt habe.
Als nach der Landung im Pazifik dann die Luke geöffnet wurde, habe sie vor Freude geschrien, sagte Koch. „Es war pure Begeisterung und einfach eine emotionale Reaktion aus dem tiefsten Bauch heraus nicht nur darauf, wieder zu Hause zu sein, sondern auch dass da Menschen kommen und uns heraushelfen – einfach unbeschreibbare Freude.“
Die Landung zurück auf der Erde hat sich nach Angaben des Astronauten Victor Glover wie ein Rückwärtssprung von einem Hochhaus. „Wenn man rückwärts von einem Wolkenkratzer springen würde, so hat es sich fünf Sekunden lang angefühlt – und es war herrlich“, sagte Glover bei der ersten Pressekonferenz der „Artemis 2“-Crew seit der Rückkehr von ihrer Mondmission vor rund einer Woche. „Mir war klar, dass wir in einem Feuerball waren.“
Die vergangenen Tage kapselte Glover sich nach eigenen Angaben ab, „ohne soziale Medien und ohne Nachrichten“. Seine Kinder und Nachbarn hätten ihm aber einen Eindruck vom Ausmaß der Begeisterung vermittelt, die die Mondmission ausgelöst hat.
Nachdem sie auf ein Schiff gebracht wurden, habe er dann um einen Besuch des dort zuständigen Kaplans gebeten, sagte Wiseman. „Als dieser Mann hereingekommen ist – ich hatte ihn nie in meinem Leben zuvor gesehen, aber ich sah das Kreuz auf seinem Kragen und bin in Tränen ausgebrochen. Es ist einfach sehr schwer, vollkommen zu verstehen, was wir da gerade durchgemacht haben.“
Seit der Landung habe es neben Zeit mit Familie und Freunden vor allem viele medizinische Untersuchungen und Besprechungen gegeben, sagte Wiseman weiter. „Wir hatten noch nicht diesen Druckabbau. Wir hatten noch keine Zeit zum Nachdenken.“
Die Crew der „Artemis 2“-Mission – neben Glover, Koch und Wiseman noch der kanadische Astronaut Jeremy Hansen – war in einer Art großen Acht um den Mond herum geflogen und hatte sich weiter von der Erde entfernt als jemals Menschen zuvor. Nach rund zehn Tagen im All waren die Astronauten am vergangenen Wochenende planmäßig im Pazifik nahe San Diego wieder auf der Erde angekommen. „Wir sind für immer zusammengeschweißt“, sagte Wiseman. „Das ist das engste, wie Menschen zusammenkommen können, die nicht Familie sind. Ich bin hier, um der Welt zu sagen: Wir sind als Freunde gestartet und als beste Freunde zurückgekommen.“










