
Sexismus in der TV-Branche
„Ich habe zu oft geschwiegen“
25.11.2025 – 03:20 UhrLesedauer: 1 Min.
Annette Frier spricht über Übergriffe in der Filmbranche. Bei der Rückschau auf ihre Karriere ist sie bestürzt – auch über ihr eigenes Verhalten.
„Grapschereien, erst recht unter Alkoholeinfluss, waren im Prinzip salonfähig“ – mit diesen deutlichen Worten hat die Kölner Schauspielerin und Komikerin Annette Frier den Machtmissbrauch von Männern in der Filmbranche in früheren Jahren verurteilt.
In einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ berichtete die 51-Jährige, dass sie sich für ihre neue Serie „Frier und Fünfzig“ mit ihren eigenen Erinnerungen auseinandergesetzt habe. Dabei sei sie bestürzt gewesen, „wie wenig Einspruch gegen solche Übergriffe erhoben wurde, auch nicht von mir“.
Solidarität unter Frauen sei damals „nicht auf der Liste der wichtigen Dinge“ gewesen, so Frier. Heute sei sie „sehr alarmiert“, dass sich die Stimmung nach den Erfolgen durch die MeToo-Bewegung wieder drehen könne. „Nehmen Sie nur die Gleichstellungsvorgaben, die in jahrelanger mühsamer Arbeit erkämpft worden sind und jetzt bei großen amerikanischen Konzernen im Handstreich wieder abgeschafft wurden“, sagte sie. „Bei uns geht der Trend in die gleiche Richtung.“
Dennoch glaube sie in ihrer „unerschütterlichen Naivität“ fest daran, dass sich die rückwärtsgewandten Gesellschaftsmodelle von Männern wie US-Präsident Donald Trump, Russlands Präsident Wladimir Putin oder Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban „nicht durchsetzen werden“.









