Initiative von Pro Musik

Offener Brief gegen Ticketwucher: Kölner Künstler machen Druck


14.05.2026 – 18:30 UhrLesedauer: 2 Min.

Christopher Annen von der Kölner Band AnnenMayKantereit zu Gast im Bundeskanzleramt: Mit anderen Künstlern forderte er strengere Regeln gegen überteuerte Konzerttickets. (Quelle: IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler/imago)

Zahlreiche Künstler und Veranstalter verlangen strengere Regeln gegen überteuerte Konzerttickets im Internet. Auch bekannte Musiker aus Köln unterstützen den Protest gegen den Ticket-Zweitmarkt.

Mit einem offenen Brief an die Bundesregierung fordern zahlreiche Musiker, Veranstalter und Verbände strengere Regeln gegen überteuerte Konzerttickets und Betrug auf dem Zweitmarkt. Unter den Unterzeichnern finden sich auch mehrere bekannte Namen aus Köln – darunter die Band AnnenMayKantereit, Musiker Purple Schulz und Entertainer Bernd Stelter.

Initiiert wurde die Aktion vom Musikerverband Pro Musik. Hintergrund ist der wachsende Ärger über Tickets, die nach dem offiziellen Verkaufsstart auf Plattformen im Internet zu stark erhöhten Preisen weiterverkauft werden. Nach Angaben der Initiatoren würden Karten teilweise für mehr als das Dreifache des ursprünglichen Preises angeboten. Zudem warnen sie vor gefälschten Tickets und sogenannten Leerverkäufen, bei denen Eintrittskarten verkauft werden, die es noch gar nicht gibt.

AnnenMayKantereit, Bernd Stelter und Purple Schulz gegen Ticketwucher

Besonders prominent unter den Unterstützern ist die Kölner Band AnnenMayKantereit. Sänger und Gitarrist Christopher Annen engagiert sich seit Jahren kulturpolitisch und gehört auch im Verband Pro Musik zu den prägenden Stimmen. Ebenfalls unterschrieben haben der Kölner Musiker Purple Schulz sowie der aus dem Rheinland und im Karneval bekannte Kabarettist und Sänger Bernd Stelter.

In dem Brief verlangen die Unterzeichner unter anderem eine gesetzliche Preisobergrenze für den Weiterverkauf von Tickets. Außerdem fordern sie strengere Regeln gegen automatisierte Kaufprogramme, sogenannte Bots, die Konzertkarten innerhalb kürzester Zeit massenhaft aufkaufen. Plattformen sollen nach dem Willen der Künstler zudem transparenter machen müssen, wer Tickets verkauft und zu welchem Originalpreis sie angeboten wurden.

Andere Länder im Kampf gegen Ticketwucher weiter

Unterstützt wird die Initiative auch von zahlreichen weiteren bekannten Künstlern und Bands wie Die Ärzte, Die Toten Hosen, Nina Chuba, K.I.Z, Kraftklub oder Deichkind sowie von Verbänden der Veranstaltungsbranche.

Die Unterzeichner verweisen darauf, dass andere Länder beim Kampf gegen Ticketwucher bereits weiter seien. In Frankreich oder den USA gelten teilweise strengere Regeln für den Weiterverkauf von Konzertkarten. In Deutschland fehle bislang jedoch eine umfassende Regulierung.

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