Kundgebung am Brandenburger Tor

„Männer gegen Gewalt“: Hunderte demonstrieren am Vatertag

14.05.2026 – 18:32 UhrLesedauer: 2 Min.

Hunderte Menschen haben bei der Demonstration „Männer gegen Gewalt“ am Brandenburger Tor in Berlin mitgemacht. (Quelle: Fabian Sommer/dpa/dpa-bilder)

„Neue Männer braucht das Land“: Dieser Spruch auf einem Plakat verdeutlicht, wofür sich mehrere Hundert Menschen bei einer Demo in Berlin einsetzen. Was wollen sie erreichen?

Rund 800 Menschen haben sich nach Polizeiangaben am Brandenburger Tor zur Kundgebung „Männer gegen Gewalt“ versammelt. Unter den Teilnehmenden waren vor allem Männer. Die Demonstration richtete sich gegen geschlechterspezifische und sexualisierte Gewalt.

Die gleichnamige Initiative, die die Kundgebung organisierte, will Männer stärker mobilisieren, bei sexistischem oder übergriffigem Verhalten aktiv einzuschreiten. Nach Angaben der Initiative seien Männer im öffentlichen Protest gegen sexualisierte Gewalt bisher zu wenig sichtbar. „Gewalt gegen Frauen und queere Menschen ist fast immer männliche Gewalt“, erklärte die Initiative.

Die Demonstranten fordern nach eigenen Angaben mehr Geld für Frauenhäuser, Prävention und Betroffenenhilfe sowie spezialisierte Kammern in Gerichten. Außerdem verlangt die Initiative eine Änderung des Sexualstrafrechts nach dem Prinzip „Nur Ja heißt Ja“. Im deutschen Strafrecht gilt seit rund zehn Jahren der sogenannte „Nein heißt Nein“-Grundsatz: Jede sexuelle Handlung gegen den erkennbaren Willen einer Person steht unter Strafe.

Auch Collien Fernandes ruft zu Demo auf

Grünen-Bundesvorsitzender Felix Banaszak nahm an der Kundgebung teil. Über Instagram hatte er zuvor zur Teilnahme aufgerufen: „Gewalt gegen Frauen ist kein Problem, das Frauen allein lösen können. Es ist ein Problem, das wir Männer lösen müssen.“

Auch der Bundessprecher der Grünen Jugend, Luis Bobga, sowie Schauspielerin Collien Fernandes riefen über Instagram zur Demo auf. Die Debatte über digitale und sexualisierte Gewalt hatte zuletzt durch Vorwürfe von Fernandes gegen ihren Ex-Mann, den Schauspieler Christian Ulmen, neue Aufmerksamkeit erhalten. Er soll Fake-Profile in ihrem Namen erstellt und darüber pornografische Inhalte verbreitet haben. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. In Hamburg fand nach Angaben der Initiative eine ähnliche Veranstaltung statt.

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