Vor der Reform
Diese Generation fühlt sich als Rentenverlierer
23.06.2026 – 10:05 UhrLesedauer: 3 Min.
Die Bundesregierung will eine Reform der Rente vorschlagen, die alle Altersgruppen erfassen soll. Eine Gruppe ist besonders besorgt.
Die sogenannte Generation X steht bei der Altersvorsorge vor besonderen Herausforderungen. Die heute 45- bis 61-Jährigen sind einer neuen Untersuchung zufolge stärker verunsichert als andere Generationen, wenn es um dieses Thema geht. Das zeigt der aktuelle Axa Vorsorge Report. So schätzt die Generation X ihren Ruhestand skeptischer ein als andere erwerbstätige Generationen und erlebt einen deutlichen Unterschied zwischen ihren Vorstellungen und der erwarteten Realität.
Rund 48 Prozent der Befragten aus der Generation X rechnen der Umfrage zufolge mit einer Verschlechterung der Lebensqualität im Ruhestand. Damit blickt keine andere erwerbstätige Generation so skeptisch auf den Ruhestand. Zum Vergleich: Unter den Millennials erwarten 43 Prozent, unter der Generation Z 40 Prozent eine sinkende Lebensqualität im Ruhestand.
Viele wollen in Frührente gehen
Trotz der skeptischen Einschätzung der eigenen finanziellen Zukunft geben 46 Prozent der Generation X an, früher als zum regulären Renteneintritt aus dem Berufsleben ausscheiden zu wollen. Gleichzeitig gehen 40 Prozent davon aus, aus finanziellen Gründen über das reguläre Renteneintrittsalter hinaus arbeiten zu müssen, obwohl sie dies nicht wünschen.
Derzeit können Versicherte, die mindestens 45 Jahre lang in die Rentenversicherung eingezahlt und das 64. Lebensjahr erreicht haben, ohne Abschläge in Frührente gehen. Das Alter wird für Jahrgänge ab 1964 auf 65 angehoben. Mit Abschlägen ist dies schon mit 63 möglich. Die Frührente soll aber nach den Empfehlungen der Rentenkommission an die Bundesregierung abgeschafft werden. Damit soll den Herausforderungen des demografischen Wandels begegnet werden.
Methodik
Für den Axa Vorsorge Report hat das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag des Versicherers 2.044 Personen in Deutschland online befragt. Die Befragung fand vom 18. bis 20. März 2026 statt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.
Auch die Sorge vor finanziellen Belastungen im Alter ist in der Generation X ausgeprägt: 36 Prozent der Befragten befürchten, dass Inflation die spätere Rente deutlich entwerten könnte. Zehn Prozent erwarten eine monatliche Rentenlücke von 1.500 Euro oder mehr, weitere 18 Prozent rechnen mit einer Versorgungslücke zwischen 751 und 1.000 Euro im Monat. 27 Prozent können die eigene Rentenlücke nicht einschätzen. Im Durchschnitt liegt die Rentenlücke in Deutschland aktuell bei rund 500 Euro im Monat. Damit ist die Lücke zwischen dem, was sie für das Leben im Alter benötigen, und dem realen Einkommen gemeint.
Viele Menschen sparen nicht für die Rente
Die Ergebnisse verweisen zugleich auf widersprüchliche Verhaltensweisen im Vorsorgeverhalten: 31 Prozent der Generation X sparen nach eigenen Angaben derzeit gar nicht für die Altersvorsorge – ein höherer Anteil als in anderen erwerbstätigen Generationen. Gleichzeitig geben 39 Prozent an, regelmäßig privat für den Ruhestand vorzusorgen; dieser Wert liegt ebenfalls über dem der Millennials und der Generation Z.












