Auslöser für ihre Zitteranfälle

Angela Merkel spricht über privaten Schicksalsschlag


Aktualisiert am 30.10.2026 – 13:41 UhrLesedauer: 2 Min.

Angela Merkel: Seit 2021 ist sie nicht mehr in der Politik aktiv. (Quelle: IMAGO/Marc John)

Im Jahr 2019 fiel bei mehreren offiziellen Anlässen auf, dass Angela Merkels Körper zitterte. Nun spricht die frühere Kanzlerin über die Gründe.

Dreimal innerhalb eines Monats zitterte Angela Merkel bei öffentlichen Terminen sichtbar – im Sommer 2019 beobachteten Millionen Menschen die Vorfälle, und die Altkanzlerin versicherte damals lediglich, sie sei „leistungsfähig“. Im MagentaTV-Talk „Bestbesetzung“ mit Johannes B. Kerner, der am 30. Oktober zu sehen ist, kam das Thema erneut auf.

Der erste Zitteranfall ereignete sich am 18. Juni 2019, bei einem Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Berlin. Merkel erklärte nun, was sich damals in ihr abspielte. Sie glaubt inzwischen, dass sich in diesen Situationen „auch Spannung entladen hat, wahrscheinlich durch den Tod meiner Mutter oder auch die Tatsache, dass ich wusste, ich werde aufhören“. Merkels Mutter Herlind Kasner war am 6. April 2019 im Alter von 90 Jahren gestorben.

Angela Merkel: „Da setzt der Körper dann einfach Zeichen“

Ihr Körper habe ihr damals signalisiert, eine Pause einzulegen. „Da setzt der Körper dann einfach Zeichen und das ist ja menschlich etwas sehr, sehr Gutes“, betonte sie.

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Quelle: MagentaTV

Auch in ihren 2024 erschienenen Memoiren „Freiheit“ beschrieb Merkel die Episode. „Während die Nationalhymnen gespielt wurden, breitete sich das Zittern im ganzen Körper aus. Ich wankte, versuchte mich mithilfe meiner Arme, über die ich etwas mehr Gewalt hatte als über meine Beine, zu stabilisieren, indem ich die Hände vor dem Körper verschränkte“, erinnerte sie sich.

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Nach den Vorfällen habe sie sich medizinisch untersuchen lassen. „Neurologisch und internistisch gab es keine Befunde. Die Reaktion meines vegetativen Nervensystems war offensichtlich anders zu verstehen“, heißt es in dem Buch.

Angela Merkel fand kaum Zeit zum Trauern

Eine Osteopathin habe ihr erklärt, dass ihr Körper dabei war, Spannungen abzubauen, die er über lange Zeit aufgebaut hatte. „Nicht nur nach dem Tod meiner Mutter im Frühjahr, nach dem ich kaum Zeit zum Trauern gefunden hatte, sondern auch im Prozess des Loslassens von meinen Ämtern“, so Merkel. Das sei eine „gute Nachricht“ gewesen. „Wenn mein Körper sich nur nicht dazu entschlossen hätte, diesen Prozess vor den Augen der Öffentlichkeit ablaufen zu lassen“, merkte sie an.

Seit Ende 2021 ist Angela Merkel nicht mehr in der aktiven Politik. Über ihr derzeitiges Leben sagt sie in „Bestbesetzung“: „Ich habe ein Büro und sage manche Verpflichtungen zu, bin viel auf Lesereisen. Das heißt: Es ist jetzt nicht das ganz normale Leben einer Rentnerin, aber es ist zum Teil das Leben einer Rentnerin.“ Einen großen Unterschied zu ihrer aktiven Politikkarriere gebe es aber: „Ich kann weitestgehend selbst bestimmen, was ich mache und wann ich es mache.“

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