Neue Betrugsmasche

Vertraute Rufnummer wird zur Falle


30.10.2026 – 11:34 UhrLesedauer: 1 Min.

Ältere Frau mit Telefon (Symbolbild): Kriminelle nutzen derzeit verstärkt die 116117 für Betrugsversuche. (Quelle: IMAGO/Matthias Wehnert)

Über die Rufnummer 116117 holen sich gesetzlich Versicherte eigentlich Arzttermine. Nun nutzen Kriminelle die bekannte Nummer für ihre Ziele.

Gleich mehrere Kassenärztliche Vereinigungen warnen derzeit vor einer neuen Betrugsmasche, bei der sich Betrüger als Ärzte, der Ärztliche Bereitschaftsdienst oder Kassenärztliche Vereinigungen ausgeben. Unter diesem Vorwand versuchen sie an vertrauliche Informationen wie beispielsweise Bankdaten und andere Finanzinformationen zu gelangen.

Mittels „Call-ID-Spoofing“ können die Betrüger die angezeigte Telefonnummer manipulieren. Auf dem Telefondisplay der Angerufenen erscheint dabei die Rufnummer einer vertrauenswürdigen Institution, unter anderem die Nummer des Patientenservices +49 116117. Entsprechende Betrugsversuche melden derzeit die Kassenärztlichen Vereinigungen aus Hessen und Sachsen.

Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen betont dabei: Mitarbeitende des 116117-Patientenservices erfragen zu keinem Zeitpunkt Bank- oder Zahlungsdaten. Wer einen solchen Anruf erhält, sollte diesen im besten Fall gar nicht erst annehmen. Alternativ sollten die Angerufenen nichts sagen und sofort wieder auflegen.

Auch andere vertrauenswürdige Nummern werden von Betrügern häufig für Betrugsversuche mittels Call-ID-Spoofing verwendet. Lediglich die 110 und 112 sind hiergegen geschützt, betont die Kassenärztliche Vereinigung.

Spoofing ist Teil des Social Engineerings – hierbei spielen Kriminelle mit dem Vertrauen und der Angst der Menschen. Unter der Erzeugung von Zeitdruck werden die Opfer dazu gedrängt, sensible Informationen oder Bargeld herauszugeben, warnt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Die Behörde rät darum, zweifelhaften Aufforderungen nach Geld oder Daten niemals nachzukommen und entsprechende Anrufe schnellstmöglich zu beenden. Im Zweifel sollten die Angerufenen die entsprechende Behörde, als die sich der Anrufer ausgibt, über einen anderen Kommunikationsweg kontaktieren und die Anfrage verifizieren.

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