Sportwelt trauert um Zanardi
Der Pilot, der siebenmal wiederbelebt wurde
02.05.2026 – 12:51 UhrLesedauer: 3 Min.
Alessandro Zanardi war viel mehr als nur Sportler. Der Italiener steckte schlimmste Rückschläge weg und blieb doch vor fast nichts verschont.
Den früheren Formel-1-Piloten und späteren Paralympics-Sieger Alessandro Zanardi umgab eine besondere Aura. Er verströmte ein gutes Gefühl, blieb auch in schwersten Situationen optimistisch. Er wurde ein von fast unerträglichem Leid geplagtes Sinnbild des Nicht-Aufgeben-Wollens. „Keine Grenzen – Unmöglich ist nur ein Wort“, lautete der Titel einer Dokumentation über Zanardi.
„Er stand vor Herausforderungen, die jeden anderen zum Aufgeben gebracht hätten, doch er blickte stets nach vorne – immer mit einem Lächeln und einer unerschütterlichen Entschlossenheit, die uns alle inspirierte“, sagte Zanardi-Landsmann und Formel-1-Geschäftsführer Stefano Domenicali, nachdem Zanardis Familie den plötzlichen Tod am 1. Mai bekannt gegeben hatte: „Auch wenn sein Verlust tief zu spüren ist, bleibt sein Vermächtnis ungebrochen.“
Der deutsche Autobauer BMW, für den Zanardi häufiger fuhr und auch als Markenbotschafter unterwegs war, erklärte: „Alex war ein wundervoller Mensch, unerschütterlicher Optimist und eine Inspiration für viele Menschen weltweit.“ Italiens Politik zeigte sich ebenfalls tief betroffen, Ministerpräsidentin Giorgia Meloni würdigte Zanardi als „außergewöhnlichen Menschen, der jede Prüfung des Lebens in eine Lektion in Mut, Stärke und Würde verwandeln konnte“.
Auch die großen Fußballklubs wie Inter Mailand oder Juventus Turin ehrten den großen Sportler in den sozialen Netzwerken. Die „Gazzetta dello Sport“ schrieb: „Der Rennfahrer und Paralympionike, der Italien gelehrt hat, niemals aufzugeben.“
Die Formel 1 traf die Todes-Nachricht in der Nacht in Miami. Dort stehen am heutigen Samstag das Sprintrennen und die Qualifikation an. Zanardi, wie der aktuelle Spitzenreiter Kimi Antonelli aus Bologna, absolvierte in der Schlussphase der Saison 1991 sein erstes von über 40 Formel-1-Rennen. Nach dem vorläufigen Ende in der Motorsport-Königsklasse nach der Saison 1994 kehrte er 1999 für ein Jahr zurück. Teamkollege damals: Ralf Schumacher, der mittlerweile als TV-Experte im Einsatz ist.
Dann die Bilder, die für Entsetzen sorgten. Zanardis grauenvoller Unfall in der Champ-Car-Serie auf dem Lausitzring. Es war der 15. September 2001. Ein Horrorcrash. Der Italiener hatte sich mit seinem Wagen gedreht, ein Konkurrent krachte in das Auto. Den Unfall überlebt zu haben, grenzte an ein Wunder.
