„Zeit, die Austragungsorte zu überdenken“

Schwimm-Stars nach Weltcup-Finale krank – Wellbrock mit Forderung


25.06.2026 – 07:03 UhrLesedauer: 2 Min.

Ginevra Taddeucci: Sie hat in Paris Bronze über die 10 Kilometer gewonnen. (Quelle: IMAGO/Andrea Masini / Deepbluemedia / Insidefoto/imago-images-bilder)

Die Schwimm-EM findet im Juli und August in Paris statt. Doch zuvor steht mal wieder die Wasserqualität im Fokus. Forderungen an den Weltverband werden laut.

Sie gehören zu den besten Schwimmerinnen weltweit und kennen sich im Freiwasser gut aus. Stars wie die deutsche Leistungsträgerin und dreifache Weltmeisterin Leonie Beck oder auch die Französin Ines Delacroix trainieren hart für die Weltcup-Wettbewerbe. Doch wie schon bei den Olympischen Spielen in Paris 2024 ist eines immer entscheidend: die Wasserqualität. Und genau hier gab es nun Aufruhr.

Das Weltcup-Finale fand im portugiesischen Setúbal südlich von Lissabon im Fluss Sado statt. Allerdings erkrankten nach dem Wettbewerb über 10 Kilometer mehrere Athletinnen. Das bestätigte auch der deutsche Bundestrainer Bernd Berkhahn der „Bild“-Zeitung. Er erklärte: „Wie immer wurde auch in Setúbal die Wasserqualität gemessen, allerdings nur bis 48 Stunden vor dem Wettkampf. Aber du hast dort direkt neben der Wettkampfstrecke Schiffsverkehr. Die großen Pötte laden dann dort ihre Toiletten und sonstiges direkt ins Meer.“

„Seit Montag ununterbrochen krank“

Ähnlich war dies nach den Olympischen Spielen in Paris. Damals verkündete der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) nach dem Wettbewerb der Damen: „Zwei deutsche Freiwasser-Schwimmerinnen wurden gestern wegen Übelkeit, Erbrechen und Durchfall ambulant behandelt.“ Beck berichtete damals, dass sie sich neunmal übergeben musste. Nun machten andere Athletinnen ihrem Ärger Luft.

Delacroix schrieb auf Instagram laut „Bild“: „Eine Woche vor den nationalen Meisterschaften wegen der Wasserqualität krank zu werden, war nicht gerade das, was ich mir vorgestellt hatte. Ich hatte mich mit Probiotika auf Setúbal vorbereitet, aber trotzdem bin ich seit Montag ununterbrochen krank, habe hohes Fieber und schlafe direkt neben meiner Toilette.“ Auch die italienische Schwimmerin und Olympia-Bronze-Gewinnerin von Paris, Ginevra Taddeucci, beschwerte sich. Sie schrieb: „Liebe World Aquatics, wir haben schon seit Jahren mit schlechter Wasserqualität bei Wettkämpfen zu kämpfen. Wo bleibt der Schutz für die Athleten?“

„An der Zeit, die Austragungsorte zu überdenken“

Die Lage brachte auch den deutschen Olympiasieger von Tokio, Florian Wellbrock, auf den Plan. Der zehnfache Weltmeister appellierte ebenfalls an den Weltverband. Er schrieb auf Instagram in seiner Story: „Vielleicht ist es an der Zeit, die Austragungsorte zu überdenken und der Wasserqualität mehr Aufmerksamkeit zu schenken.“

Berkhahn forderte bei „Bild“ zudem eine längere Prüfung und diese auch kurz vor den Wettkämpfen: „Man muss vom Ausrichter verlangen können, dass über einen längeren Zeitraum gemessen wird und die Werte auch in Ordnung sind. Nur dann kann man einigermaßen sicher sein.“ Ende Juli findet in Paris in der Seine die Schwimm-EM statt – die Wasserqualität könnte auch dann wieder Thema werden.

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