
Auch der Broker, über den die Aktien geliehen werden, möchte sein Risiko mindern. Er verlangt daher vom Shortseller oft eine Sicherheit – in der Fachsprache heißt diese „margin deposit“. Sobald der Shortseller die Aktien an den Broker zurückgibt, bekommt er das „Pfand“ ausgezahlt.
Leerverkäufe bergen ein großes Risiko. Sie sind daher nur etwas für fortgeschrittene Anleger – und selbst diese können sich mit dem Wetten auf fallende Kurse ganz schön die Finger verbrennen. So verloren etwa die großen Hedgefonds, die auf den Fall der Gamestop-Aktie spekuliert hatten, im Januar 2021 rund 19 Milliarden Euro.
Denn während bei einem traditionellen Aktienkauf die Verluste maximal 100 Prozent betragen können, können sie bei Leerverkäufen praktisch grenzenlos sein. Denn: Nach oben ist dem Kurs einer Aktie keine Grenze gesetzt, wird sie entgegen den Erwartungen immer teurer, weitet sich auch der Verlust aus. Leerverkäufe können Anleger also ruinieren – schließlich wollen am Ende alle ihre Aktien zurück, der Broker und der Leihgeber. Der Preis, den der Shortseller dafür bezahlen muss, ist ihnen egal.
Besonders brenzlig wird es für die Leerverkäufer, wenn es zu einem sogenannten Shortsqueeze kommt. Diese Situation tritt ein, wenn wegen eines wider Erwarten steigenden Aktienkurses mehrere Shortseller auf einmal ihre Leerverkäufe auflösen müssen.
Händeringend versuchen sie dann, die Aktie am Markt zu kaufen – bekommen schlimmstenfalls aber gar keine mehr. Durch diesen Nachfrageüberschuss steigt der Preis der Aktie noch einmal weiter, sodass die Leerverkäufer sie zu jedem Preis zurückkaufen müssten.











