Die Fraktionsspitze schützt in beiden Fällen diejenigen, die ihr nahestehen und wichtig für ihren Machterhalt sind. Höcke und Frohnmaier sind dabei nicht zuletzt zentral für Alice Weidel. Die AfD-Chefin hat sich Höcke in den vergangenen Monaten inhaltlich immer stärker angenähert. Für die Vorstandswahlen, die im Sommer anstehen, setzt sie auf seine Unterstützerbasis.

Frohnmaier wiederum ist sie zu Dank verpflichtet, weil er Weidels früher widerborstigen Heimatverband Baden-Württemberg unter Kontrolle gebracht hat. Auch dabei bedient sich Frohnmaier im Übrigen autoritärer Maßnahmen. Parteiausschlussverfahren gibt es im Südwesten – wie auch in anderen Landesverbänden der AfD – für jene, die es wagen, sich gegen den Landeschef zu stellen.

Wer dem Chef nützt, wird gestützt; wer es nicht tut, wird gestürzt. Es ist ein einfaches Prinzip, das nicht Qualität, Einsatz oder Überzeugung honoriert, sondern bedingungslose Gefolgschaft. Eine Erziehung zum Duckmäusertum, die bei Parteien noch schädlicher als bei Kindern ist.

Zudem versucht die AfD-Spitze, die offenen Flanken der Partei zu kaschieren. Und davon gibt es derzeit viele. Moosdorf wie Lucassen adressierten Themen, die die AfD tief bewegen und zu ausgemachten Flügel- und Richtungsstreits taugen: die Positionierung zu Trumps US-Regierung, die Vetternwirtschaft, die Wehrpflicht. Weidel und Chrupalla aber wollen diese Punkte nicht klären, sondern unterdrücken.

Die AfD-Spitze nämlich hat öffentliche Uneinigkeit schon seit einer Weile zum einzig möglichen Störfaktor für den anhaltenden Umfrage-Erfolg der Partei erklärt. Es trifft sich für sie gut, dass so zugleich jede Führungskritik unterbunden werden kann – angeblich für das Wohl der Partei, nicht für die eigene Macht.

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