Vorfall in der Nähe des Bundestags
Schah-Sohn in Berlin attackiert
Aktualisiert am 23.04.2026 – 12:52 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Schah-Sohn besucht Berlin. Nach einer Pressekonferenz wird er von einem Aktivisten angegriffen.
Der Sohn des früheren Schahs, Mohammad Reza Pahlavi, ist attackiert worden. Beim Verlassen des Hauses der Bundespresskonferenz gegenüber des Bundestages wurde er mit Tomaten beworfen. Danach wurde ein Mann festgenommen, teilte die Polizei mit.
Der Zwischenfall ereignete sich, nachdem der Sohn des 1979 gestürzten Schahs in der Bundespressekonferenz zu Gast war. Weitere Details nannte die Polizei nicht. Die soßenartige Flüssigkeit war auf der Schulter und am Hals Pahlavis zu sehen.
Pahlavi wirbt in Berlin um Unterstützung für einen Regimewechsel im Iran. Er war dabei unter anderem mit Vertretern der Bundestagsfraktionen zusammengekommen. Regierungsvertreter hatte Pahlavi nicht gesprochen.
Der Schah-Sohn kritisierte die Bundesregierung und Kanzler Friedrich Merz dafür scharf. Es sei „eine Schande“, dass kein Regierungsmitglied mit ihm habe sprechen wollen, sagte Pahlavi bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Berlin. Demokratische Regierungen sollten „mit den Menschen sprechen, die die Stimme der Stimmenlosen“ seien, betonte Pahlavi. Er rief mehrfach dazu auf, das klerikale System der Islamischen Republik zu stürzen. „Das Regime war nie so brüchig wie jetzt“, sagte er. „Es ist eine verwundete Bestie.“
Regierungssprecher Stefan Kornelius hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass Pahlavi bei seinem Berlin-Besuch von keinem Regierungsvertreter empfangen werde. Gesprächspartner für die Bundesregierung sei die Regierung in Teheran, auch wenn man dieser keine politische Legitimation zubillige. Er wisse auch von keinen Versuchen Pahlavis, mit der Bundesregierung sprechen zu wollen. Deutschland wolle, dass das iranische Volk selbst über seine Regierung entscheiden könne. Im Zuge des Krieges der USA und Israels gegen den Iran hat Kanzler Friedrich Merz wieder Kontakte zum Regime in Teheran geknüpft, um zu einer diplomatischen Lösung der Krise beizutragen.
Der im US-Exil lebende Schah-Sohn hat sich als Übergangsführer ins Spiel gebracht. Innerhalb der iranischen Opposition bleibt seine Personalie jedoch hochumstritten. Monarchistische Gruppen befürworten den letzten Sohn des Schahs als politischen Anführer der Opposition. Andere Oppositionsflügel lehnen eine Rückkehr zur Monarchie oder eine Führungsfigur aus der ehemaligen Herrscherfamilie strikt ab. Kritiker werfen ihm mangelnde demokratische Legitimation vor.
