Statt Iran bei der WM?
Trump-Vertrauter macht Vorschlag – Italien reagiert deutlich
Aktualisiert am 23.04.2026 – 19:26 UhrLesedauer: 2 Min.
Der US-Sondergesandte Paolo Zampolli macht einen wilden Vorschlag, wie Italien doch noch an der WM teilnehmen könnte. Das Land reagiert direkt deutlich.
Ein US-Vorstoß zum Austausch Irans durch Italien bei der Fußball-Weltmeisterschaft ist in dem europäischen Land auf Befremden gestoßen. Vertreter der Regierung in Rom und des italienischen Fußballs reagierten am Donnerstag ablehnend auf den Vorschlag eines Vertrauten von US-Präsident Donald Trump, den Kriegsgegner der USA kurzerhand durch Italien zu ersetzen. Die Äußerung des US-Sondergesandten Paolo Zampolli in der „Financial Times“ konnte auch als Versöhnungsgeste verstanden werden, nachdem
Ministerpräsidentin Giorgia Meloni Trump für dessen Verbalattacken gegen Papst Leo XIV. kritisiert hatte.
Zampolli ist Trumps Sondergesandter für „Globale Partnerschaft“ und steht weder in offizieller Verbindung zur WM noch zum italienischen Fußball. „Ich bin gebürtiger Italiener und es wäre ein Traum, die ‚Azzurri‘ bei einem in den USA ausgetragenen Turnier zu sehen“, sagte Zampolli der „FT“. „Mit vier Titeln haben sie die nötige Erfolgsgeschichte, um eine Aufnahme zu rechtfertigen.“ Diesen Vorschlag habe er Trump und Fifa-Präsident Gianni Infantino unterbreitet. Italien hatte die WM-Qualifikation zum dritten Mal in Folge verpasst.
Italiens Sportminister Andrea Abodi wies Zampollis Idee zurück. „Erstens ist es nicht möglich, zweitens ist es nicht angemessen“, sagte Abodi der Agentur LaPresse. „Man qualifiziert sich auf dem Platz.“ Wirtschaftsminister Giancarlo Giorgetti bezeichnete die Äußerung als „beschämend“. Der Trainer Gianni De Biasi sagte Reuters, falls der Iran ausfalle, werde die Mannschaft logischerweise durch das in der Qualifikation darauffolgende Team ersetzt. „Außerdem glaube ich, dass Italien bei einem solchen Thema Trumps Unterstützung nicht braucht“, sagte De Biasi. „Ich denke, wir kommen alleine klar.“ In den italienischen Sportmedien fand das Thema wenig Beachtung.
Der Fußball-Weltverband Fifa verwies auf frühere Äußerungen Infantinos, der den Plänen bereits eine Absage erteilt hatte. „Das iranische Team wird mit Sicherheit kommen“, hatte Infantino in der vergangenen Woche erklärt. „Der Iran muss kommen, wenn er sein Volk repräsentieren will. Sie wollen unbedingt spielen, und sie sollten spielen. Sport sollte außerhalb der Politik stehen.“
Sollte der Iran tatsächlich nicht teilnehmen, läge die Entscheidung über einen Nachrücker laut Artikel sechs der WM-Regularien allein bei der Fifa. Es wird jedoch erwartet, dass der asiatische Fußballverband AFC dann auf einen Nachrücker aus seinen Reihen dringen würde. Als wahrscheinlichste Wahl gelten die Vereinigten Arabischen Emirate, die im November in den Playoffs am Irak gescheitert waren.
