
„Sie haben mich lebenslang beschädigt“
Ärzte schneiden Frau gesunde Gebärmutter heraus
27.01.2026 – 16:33 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Krankenhaus in Österreich entfernt einer Frau ein gesundes Organ. Medizinisch sei kein Fehlverhalten festzustellen, erklärt die Klinik.
Dieser Fall wühlt im Augenblick Österreich auf: Wie mehrere Medien gemeinsam recherchiert haben, ist einer jungen Frau am Universitätsklinikum in Linz die Gebärmutter herausgeschnitten worden. Die Ärzte entfernten demnach außerdem einen Eierstock, weil sie davon ausgingen, dass die Frau Krebs hatte.
Die Frau, die zum Zeitpunkt der Operation im vergangenen Sommer noch keine 30 Jahre alt war, erfuhr erst sechs Wochen nach dem Eingriff, dass alles ein Fehler war: Anders als angenommen litt sie nicht an einer aggressiven Krebsform.
Als die herausgeschnittene Gebärmutter nach der OP im Labor, wie routinemäßig üblich, noch einmal untersucht worden war, hatte sich herausgestellt, dass es kein Tumorgewebe gab. Das Magazin „News“ zitierte aus der Akte der Frau: Eine erste Gewebeprobe der Frau sei offenbar im Labor mit der Probe eines anderen Patienten vermischt und damit kontaminiert worden.
Die Frau hatte im Sommer 2025 eine Fehlgeburt erlitten. Danach klagte sie ungewöhnlich lange über anhaltende Blutungen. Daraufhin waren ihr in einem Routineeingriff Gewebereste aus der Gebärmutterhöhle entfernt worden. Deren standardmäßige Untersuchung nach der Ausschabung führte zur falschen Krebsdiagnose. Die Kontamination der Probe im Labor sei „äußerst bedauerlich“, hieß es laut „News“ und „Kronen-Zeitung“ im Entlassungsbrief der Frau.
Die Klinik hat die Entfernung der gesunden Gebärmutter eingeräumt. Der ORF zitierte aus einer Stellungnahme: „Das Universitätsklinikum bedauert den Vorfall und nimmt dieses Ereignis sehr ernst.“ Die Sicherheit, das Wohl und das Vertrauen der Patientinnen und Patienten hätten für die Klinik oberste Priorität. „Auch wenn ein minimales Restrisiko nie völlig ausgeschlossen werden kann, werden wir alles in unserer Macht Stehende tun, dieses Restrisiko so gering als möglich zu halten.“
Rechtlich und medizinisch betrachtet liege kein Fehlverhalten vor, betonte das Universitätsklinikum. Zum Zeitpunkt der OP sei die Entfernung der Gebärmutter nicht nur nachvollziehbar, sondern in Anbetracht der Annahme einer lebensbedrohlichen Erkrankung auch geboten gewesen.
Der betroffenen Frau selbst hilft das nicht weiter. „News“ sagte sie: „Das Schlimmste ist: Sie haben mich lebenslang beschädigt, und niemand übernimmt Verantwortung.“










