
Perfecta Schneidemaschinenwerk
Traditionsunternehmen aus Sachsen ist insolvent
10.01.2026 – 22:11 UhrLesedauer: 2 Min.
Perfecta ist der weltweit älteste Hersteller von Papierschneidemaschinen. Jetzt ist das Unternehmen aus Sachsen in Schieflage geraten.
Die Perfecta Schneidemaschinenwerk GmbH Bautzen hat Ende Dezember 2025 Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Das Amtsgericht Dresden genehmigte das Verfahren Anfang Januar und bestellte den Rechtsanwalt Rüdiger Bauch von der Kanzlei Schultze & Braun zum vorläufigen Sachwalter. Das teilte das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit.
Der Geschäftsbetrieb werde uneingeschränkt fortgeführt, Kunden würden weiterhin wie gewohnt beliefert, erklärte Perfecta. Die Löhne und Gehälter der 86 Beschäftigten seien für Dezember 2025 sowie Januar und Februar 2026 über das Insolvenzgeld abgesichert. Angaben zu Entlassungen machte das Unternehmen zunächst nicht.
Perfecta wurde 1896 gegründet und ist nach eigenen Angaben der weltweit älteste Hersteller von Papierschneidemaschinen. Seit 1920 konzentriert sich das Unternehmen auf die Entwicklung und Produktion entsprechender Maschinen und Anlagen für die grafische Industrie. Der Standort befindet sich in Bautzen, das Unternehmen beliefert Kunden in mehr als 70 Ländern.
Ziel des Eigenverwaltungsverfahrens sei es, Investoren zu finden zu finden und zugleich das Geschäftsmodell strategisch weiterzuentwickeln, erklärte Geschäftsführer Christian Baumann laut Pressemitteilung. Gegenüber „Bild“ sagte er, man wolle das Unternehmen auch nach 130 Jahren Firmengeschichte nicht aufgeben. Eine Nachfolgelösung im Gesellschafterkreis habe mehr Zeit in Anspruch genommen als geplant. Dadurch hätten eine strategische Neuausrichtung und Gespräche mit potenziellen Investoren bislang nicht abgeschlossen werden können.
Als Generalbevollmächtigter unterstützt der Sanierungsexperte Dirk Eichelbaum von dhmp Restrukturierung die Geschäftsführung. In dessen Auftrag erklärte ein Sprecher gegenüber der „Bild“-Zeitung: „Das Unternehmen steht noch ganz am Anfang des vorläufigen Verfahrens.“ Zugleich sei die Projektlage grundsätzlich positiv, Perfecta verfüge über gute Aussichten, sich als kosteneffizienter Technologieführer zu positionieren.
Perfecta ist Teil der Baumann-Gruppe. Weitere Unternehmen der Gruppe seien von dem vorläufigen Eigenverwaltungsverfahren nicht betroffen, hieß es. Das Unternehmen entwickelt und produziert neben Papierschneidemaschinen auch komplette, hochautomatisierte Schneidanlagen sowie Automatisierungs- und Handlingsysteme.
Technologisch setzt Perfecta auf robotergestützte, intelligent vernetzte Systeme. Wie die strategische Neuausrichtung konkret aussehen wird, soll sich im weiteren Verlauf des Insolvenzverfahrens zeigen. Ein Sprecher sagte der „Bild“-Zeitung, die Vorstellungen ernsthaft interessierter Investoren müssten mit denen des Unternehmens abgeglichen und synchronisiert werden. Eine optimale Lösung umfasse auch den Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze und eine mittelfristige Finanzierung des Unternehmens.










