
Vorzeitiger Samenerguss
Ab wann kommt man zu früh?
Aktualisiert am 19.01.2026 – 11:11 UhrLesedauer: 3 Min.
Wenn der Mann beim Liebesspiel häufig zu früh kommt, kann das zu einem Problem werden. Welche Hilfen es gibt – und wann eine Krankheit dahintersteckt.
Ein vorzeitiger Samenerguss während des Geschlechtsverkehrs ist nicht selten: Etwa 20 bis 30 Prozent der deutschen Männer im Alter von 18 bis 59 Jahren sind gelegentlich davon betroffen. Doch ab wann kommt man überhaupt zu früh? Und wann sollten Sie besser einen Arzt aufsuchen?
Wissenschaftlich betrachtet leidet ein Mann an vorzeitigem Samenerguss, wenn er beim Sex bereits vor dem Einführen des Penis oder kurz danach (ein bis zwei Minuten) zum Höhepunkt kommt und das Sexualleben dadurch deutlich beeinträchtigt wird.
Rund vier Prozent der Männer haben immer oder fast immer einen sehr frühen Samenerguss, also zum Beispiel noch bevor oder direkt nachdem sie ihren Penis eingeführt haben.
Wenn es regelmäßig zu dem abrupten Ende kommt, der Mann darunter leidet und er den Orgasmus grundsätzlich nicht steuern kann, ist es Zeit, einen Arzt beziehungsweise Urologen aufzusuchen. Denn die Gründe für den schnellen Orgasmus können vielfältig sein.
Hinter der medizinischen Diagnose vorzeitiger Samenerguss (Ejaculatio praecox) können sowohl körperliche als auch psychische Ursachen stecken. Schlimmstenfalls ist eine Krankheit schuld an den Symptomen. So kann ein schneller Samenerguss ein Symptom für eine Entzündung in den Harn- und Geschlechtsorganen sein. Auch Diabetes oder Multiple Sklerose können Gründe sein, ebenso wie neurologische Störungen, etwa nach einer Operation im Bauchraum, oder eine Störung des Serotoninhaushalts.
Eine Erektionsstörung kann ebenfalls zu dem schnellen Erguss führen. Da betroffene Männer eine stärkere Stimulation brauchen, kann es leicht passieren, dass sie rasch die Kontrolle verlieren.
Häufig ist aber eher die Psyche das Problem. Gerade bei jüngeren Männern kann Unerfahrenheit Versagensängste und Nervosität auslösen, die dann zu dem schnellen Orgasmus führen. Stress ist ebenso problematisch und auch Minderwertigkeitsgefühle können schuld sein. Ein weiterer möglicher Grund sind Konflikte in der Beziehung. Prallen unterschiedliche Erwartungen und Wünsche der Partner aufeinander oder werden im Bett Machtkämpfe ausgetragen, kann das den Mann unter Druck setzen.
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Ob und wie Betroffene den vorzeitigen Samenerguss behandeln lassen, ist eine persönliche Entscheidung. Steckt keine körperliche Ursache hinter dem Problem, wird von den Ärzten oft eine Sexualtherapie empfohlen. Dabei besuchen die Partner gemeinsam einen Therapeuten, der ihnen hilft, den Körper und die eigenen Bedürfnisse sowie die des Partners zu verstehen.
Die Gespräche können helfen, den Erwartungsdruck zu mildern, der häufig zusätzlich auf den Männern lastet. Außerdem können sie dort lernen, die Erregung mittels spezieller Techniken zu kontrollieren. Dazu gehören Atemtechniken, aber vor allem Übungen wie die Stopp-Start-Methode und die Squeeze-Technik.
Bei beiden Techniken lernt der Mann, ohne Samenerguss starke Erregung empfinden zu können. Dabei wird der Penis vom Mann selbst (beim Masturbieren) oder vom Partner stimuliert, bis er das Gefühl hat, gleich zu ejakulieren. Wird der Partner miteinbezogen, erfolgt die Stimulierung zunächst manuell und später kurz vor oder während des Geschlechtsverkehrs.










