
Auch wenn gesetzlich Versicherte ab 45 Jahren eine kostenlose Tastuntersuchung erhalten können, gilt die Prostatafrüherkennung als umstritten.
Eine Tastuntersuchung hat Vor- und Nachteile. Einerseits ist sie eine einfache und schmerzlose Methode. Andererseits ist sie relativ ungenau. Zum Beispiel sind nur Tumoren tastbar, die bereits größer als einen Zentimeter sind und in der Nähe des Darms liegen. Hinzu kommt, dass eine Veränderung nicht automatisch Krebs bedeutet, was eine unnötige psychische Belastung bedeuten kann. Nicht zuletzt gibt es keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass das regelmäßige Abtasten die Wahrscheinlichkeit senkt, an Prostatakrebs zu sterben.
Vor- und Nachteile ergeben sich jedoch auch beim PSA-Wert: Ist er erhöht, kann das ein Hinweis auf einen möglichen Prostatakrebs sein und möglicherweise Todesfälle durch die Erkrankung verhindern. In drei von vier Fällen hat die Veränderung allerdings andere Ursachen. Dazu zählen etwa eine vergrößerte Prostata oder eine Prostataentzündung. Möglicherweise macht ein hoher PSA-Wert daher unnötig Angst. Selten kommt es vor, dass der Wert normal ist, aber trotzdem Prostatakrebs vorliegt.
Zudem besteht die Gefahr einer möglichen Überbehandlung. Das bedeutet, dass möglicherweise Prostatakrebs in einem sehr frühen Stadium entdeckt wird, der ohne eine Blutuntersuchung weder aufgefallen noch gefährlich geworden wäre. Prostatakrebs wächst nämlich häufig so langsam, dass er nicht tödlich endet: Von fünf erkrankten Personen sterben vier an einer anderen Ursache. Ein auffälliger PSA-Test könnte also möglicherweise unnötige Behandlungen nach sich ziehen. Mehr zum PSA-Test lesen Sie hier.
Ab einem Alter von 45 Jahren zahlen die gesetzlichen Krankenkassen eine Prostatauntersuchung, bei welcher die Prostata abgetastet wird. Viele Fachleute empfehlen, stattdessen einen PSA-Test zu machen, welcher jedoch bislang nicht Teil der gesetzlichen Früherkennungsleistungen ist.
Ob und ab wann eine Prostatauntersuchung infrage kommt, muss letztlich jeder selbst abwägen. Dabei kann es helfen, sich von der Ärztin oder dem Arzt beraten zu lassen.











