„Gigantischer Schlag“ für die Region
Autozulieferer Magna schließt deutsches Werk – 255 Jobs weg?
07.11.2026 – 07:22 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein weiteres deutsches Magna-Werk steht vor dem Aus. Die Schließung trifft eine ganze Region – und löst scharfe Kritik aus.
Der Autozulieferer Magna hat angekündigt, sein Werk in Waldshut-Tiengen zu schließen. Bis Ende des ersten Quartals 2027 werde der Betrieb eingestellt, hieß es von einem Unternehmenssprecher. 255 Beschäftigte sind davon betroffen. Zuerst hatte der „Südkurier“ über die Schließungspläne berichtet.
Der Entscheidung sei eine umfassende Prüfung der langfristigen Zukunftsfähigkeit des Werks vorausgegangen. Dabei habe Magna die „sich wandelnden Rahmenbedingungen in der Branche“ berücksichtigt. Weitere Details nannte das Unternehmen zunächst nicht.
Für die deutsche Automobilindustrie ist es die zweite Negativmeldung binnen einer Woche. Am Dienstag war bekannt geworden, dass der Zulieferer Schaeffler in Europa 3.460 Stellen streichen will – allein 2.660 davon in Deutschland.
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In dem Werk in Baden-Württemberg stellt Magna elektronische Bauteile für die Autoindustrie her, darunter Kamera- und Radartechnik für Fahrerassistenzsysteme und das autonome Fahren. Die Gewerkschaft IG Metall hält die Schließung deshalb für nicht nachvollziehbar.
Gewerkschaft kritisiert Umgang mit Belegschaft
Der IG-Metall-Gewerkschaftssekretär Holger Bertsch sagte dem SWR, ein Großteil der Beschäftigten arbeite seit vielen Jahren im Werk und habe dafür gesorgt, „dass der Standort profitabel ist“. Die Gewerkschaft kritisiert zudem, dass Sorgen der Belegschaft über Monate heruntergespielt worden seien. „Noch auf der letzten Betriebsversammlung hieß es, die Situation sei unter Kontrolle. Jetzt erleben wir einen massiven Vertrauensbruch“, sagte Bertsch.
Die IG Metall will die Schließungspläne prüfen und Alternativen einfordern. Bertsch zufolge sei der Standort vom Umbau der Automobilindustrie nicht getroffen. „Wir werden den Standort mit den Beschäftigten und ihrem Know-how verteidigen und dafür sorgen, dass es nicht ganz geräuschlos abgeht.“

Auch Waldshut-Tiengens Oberbürgermeister Martin Gruner zeigte sich überrascht. Die Stadt sei im Vorfeld nicht informiert worden, sagte er dem SWR. „Das ist ein gigantischer Schlag für unsere Region.“ Nach eigenen Angaben hatte er das Werk besichtigt. Es handle sich um einen innovativen Produktionsstandort, der Bauteile für Zukunftstechnologien herstelle. „Dass dieser nicht zukunftsfähig sein soll, ist schwer nachvollziehbar.“ Der Oberbürgermeister will mit der lokalen Geschäftsführung sprechen und mögliche Alternativen ausloten.












