Nebenwirkungen der Achtsamkeit
Wer bei Meditation vorsichtig sein sollte
Aktualisiert am 07.11.2026 – 07:23 UhrLesedauer: 2 Min.

Meditation wird oft zur Stressbewältigung empfohlen. Dass die Praxis auch Nebenwirkungen haben kann, wissen hingegen nur die wenigsten.
Viele Menschen leiden unter Stress und psychischen Beschwerden. Meditation und Achtsamkeitsübungen werden oft als Gegenmaßnahme empfohlen. Denn sie sollen entspannen und möglicherweise sogar gegen Depressionen, Angststörungen oder chronische Schmerzen helfen.
Doch trotz dieser Vorteile gehen einige Experten davon aus, dass Meditation nicht für jeden Menschen ohne Einschränkungen zu empfehlen ist. Denn wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass intensive Meditation auch Nebenwirkungen auslösen kann. Wie es dazu kommt und was Sie beachten sollten, um von den Vorteilen von Meditation zu profitieren, erfahren Sie in diesem Artikel.
Viele Meditierende leiden unter Nebenwirkungen
Es gibt viele Arten der Meditation. Im Allgemeinen geht es jedoch darum, den eigenen Fokus zu trainieren, etwa indem man sich auf die Atmung konzentriert. Gedanken, die dabei aufkommen, werden wahrgenommen, aber nicht bewertet oder weiterverfolgt. Dadurch trainieren Meditierende, Sorgen, Ängste und Gedankenkreisen aus einer gewissen Distanz zu beobachten, ohne sich emotional darauf einzulassen.
Meditation erfordert Übung
Es ist normal, dass Ihre Gedanken immer mal wieder abschweifen, gerade als Anfänger. Versuchen Sie, sich deswegen nicht unter Druck zu setzen, denn das kann zu zusätzlichem Stress führen.
Sind Sie mit der gewählten Meditationsvariante nicht zufrieden, können Sie eine andere Meditationsart ausprobieren, um herauszufinden, welche für Sie am besten funktioniert und Ihnen Spaß macht.
Während dieser Praxis treten Meditierende in Kontakt mit ihren eigenen, teilweise verdrängten Emotionen. Daher kann Meditation mitunter zu Unbehagen oder sogar starken Stressreaktionen führen, zeigt die Forschung der letzten Jahre. So konnte in einer Studie von der Brown University in den USA nachgewiesen werden, dass etwa jeder zehnte Meditierende Nebenwirkungen entwickelt. In einer Studie der Charité Berlin aus dem Jahr 2021 berichtete sogar jeder fünfte Meditierende von unerwünschten Effekten. Die Melbourne School of Psychological Sciences berichtet, dass schätzungsweise etwa einer von vier Meditierenden negative oder unerwünschte Wirkungen erlebt.
Laut den wissenschaftlichen Studien kommt es am häufigsten zu folgenden Nebenwirkungen:
- Angst und Nervosität
- Intensivierung der unangenehmen Emotionen und traumatische Flashbacks
- Hypersensibilität
- Panikattacken
Auch körperliche Beschwerden sind möglich, etwa Rücken-, Nacken- oder Knieschmerzen.
Nebenwirkungen von Meditation: Wer ist betroffen?
Meditation kann dabei helfen, Stress loszulassen und seinen Gefühlen näherzukommen. Aber: Wer tatsächlich psychische Probleme hat, sollte sich nicht allein auf Meditation verlassen, raten Experten. Denn allein durch Meditation lassen sich psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen nicht behandeln.
Meditation kann Teil eines Behandlungskonzeptes sein, ersetzt aber nicht andere notwendige Therapien. Zudem treten besonders bei Menschen mit bestehenden psychischen Erkrankungen verstärkt Nebenwirkungen auf, zeigen die Studien.











