Nach Treffen mit dem Kanzler
CDU-Politikerin nennt Merz‘ Reaktion „wirklich befremdlich“
03.11.2026 – 15:31 UhrLesedauer: 2 Min.
Nach einem Treffen mit Merz äußert eine CDU-Kreischefin deutliche Kritik. Sie wirft ihm einen herablassenden Umgang vor – und stellt eine grundsätzliche Frage.
In der CDU wächst offenbar der Unmut über Parteichef Friedrich Merz. Nach einer mehrstündigen Aussprache im Berliner Konrad-Adenauer-Haus hat die Brandenburger CDU-Politikerin Désirée Schrade den Umgang des Kanzlers mit Kritik aus den eigenen Reihen bemängelt. Zugleich stellte sie infrage, ob Merz weiterhin gleichzeitig Bundeskanzler und CDU-Vorsitzender sein sollte.
Im Podcast des „Bild“-Journalisten Paul Ronzheimer berichtete die Kreisvorsitzende aus Frankfurt (Oder) von einem Gespräch mit Merz am Montag. Sie habe ihm geschildert, wie schwer es für CDU-Kandidaten inzwischen sei, bei Kommunalwahlen erfolgreich zu sein. Bei ihrer eigenen Kandidatur für das Oberbürgermeisteramt habe sie sich bewusst von der Bundespartei abgegrenzt und Unterstützung außerhalb der CDU gesucht.
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Merz habe darauf nach ihrer Darstellung „wirklich befremdlich“ und „fast so ein bisschen spöttisch“ reagiert. Er habe von ihr erwartet, uneingeschränkt für die CDU einzutreten. Schrade hingegen wollte deutlich machen, dass die Bundespolitik den Wahlkampf vor Ort zunehmend erschwere.
CDU-Politikerin bringt Trennung der Spitzenämter ins Spiel
Schrade sieht darin ein grundsätzliches Problem. Sie stellte bei dem Treffen die Frage, ob Merz gleichzeitig Bundeskanzler und CDU-Vorsitzender bleiben sollte. Beide Aufgaben bedeuteten eine erhebliche Machtkonzentration. Gerade in der derzeitigen politischen Lage könne es sinnvoll sein, sie auf zwei Personen zu verteilen. Der Kanzler könnte sich dann auf die Regierungsarbeit konzentrieren, während sich ein eigener Parteivorsitzender stärker um die CDU-Basis kümmern würde.
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Merz habe die Schwierigkeiten seiner Doppelrolle zwar eingeräumt, eine weitergehende Diskussion darüber sei jedoch ausgeblieben.
Auch „glühende Merz-Anhänger“ hätten sich enttäuscht gezeigt
Die Kritik geht nach Schrades Darstellung über ihre persönlichen Erfahrungen hinaus. Bei der Sitzung hätten sich auch „glühende Merz-Anhänger“ enttäuscht gezeigt. Insbesondere die Kehrtwende bei der Schuldenbremse und die Kommunikation der Bundesregierung hätten für Unmut gesorgt. Aus mehreren Kreisverbänden sei von Parteiaustritten berichtet worden.
Dass die Aussprache angespannt verlief, bestätigen auch andere Teilnehmer. Nach Informationen des „Tagesspiegels“ wurde die Diskussion wegen des großen Redebedarfs auf rund drei Stunden verlängert. Mehrere Anwesende schilderten allerdings auch, dass Merz im Laufe des Treffens stärker auf die Sorgen eingegangen sei. Seine Abgrenzung zur AfD habe breite Zustimmung erhalten.
Schrade selbst verließ die Sitzung nach eigenen Worten ernüchtert. Sie hoffe zwar, dass Merz die Kritik ernst nehme. Ob die Parteiführung die Probleme tatsächlich lösen könne, bezweifelt sie jedoch.










