Steigende Preise
Jede fünfte Autowerkstatt wird nach Schwarzarbeit gefragt
Aktualisiert am 02.11.2026 – 13:18 UhrLesedauer: 2 Min.
Viele Autofahrer achten beim Werkstattbesuch genauer aufs Geld. Manche gehen dabei offenbar noch einen Schritt weiter.
Jede fünfte Werkstatt berichtet, dass Kunden vermehrt nach Arbeiten ohne Rechnung fragen. Das zeigt das aktuelle DAT-Barometer für Oktober 2026 mit dem Schwerpunkt Werkstatt. Demnach geben 22 Prozent der befragten Betriebe an, dass solche Wünsche häufiger geäußert werden.
Wichtig ist: Die Zahl sagt nicht, dass die Werkstätten diesem Wunsch anschließend auch nachkommen. Sie zeigt aber, wie stark der Kostendruck beim Werkstattbesuch inzwischen offenbar geworden ist: Laut DAT bestätigen 92 Prozent der befragten Werkstätten ein verändertes Kundenverhalten wegen gestiegener Preise.
So stark sind die Preise gestiegen
Nach einer Auswertung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft sind die Stundenverrechnungssätze der Kfz-Werkstätten seit 2017 um 62 Prozent gestiegen. Die allgemeinen Verbraucherpreise legten im selben Zeitraum um 26 Prozent zu.
Auch Ersatzteile treiben die Reparaturkosten nach oben. Laut GDV haben sich die Preise für Ersatzteile seit 2016 im Durchschnitt um mehr als 80 Prozent erhöht. Einzelne Karosserieteile wie hintere Seitenwände, Vordertüren oder Kofferraumklappen verteuerten sich demnach nahezu um das Doppelte. Ein durchschnittlicher Pkw-Sachschaden kostet die Versicherungen inzwischen rund 4.600 Euro.
So reagieren die Kunden
Drei Viertel dieser Betriebe berichten, dass Kunden häufiger nach Kostenvoranschlägen fragen. 72 Prozent geben an, dass Kunden nur noch das Nötigste reparieren lassen. Mehr als die Hälfte der Werkstätten verzeichnet mehr Preisverhandlungen. 32 Prozent berichten von zunehmender Unzufriedenheit, 22 Prozent von mehr Nachfragen nach gebrauchten Teilen.
Bei vielen Autofahrern stellen sich Fragen wie: Was muss sofort gemacht werden? Was kann warten? Und wo lässt sich sparen, ohne bei der Sicherheit Abstriche zu machen? Bei manchen endet diese Rechnung bei der Frage nach einer Reparatur ohne Rechnung – und damit in einem Bereich, der rechtlich nicht zulässig ist.
Auch die Werkstätten stehen unter Druck
Viele Betriebe stehen selbst unter Kostendruck. Im DAT-Barometer stimmen 85 Prozent der Aussage zu, dass Investitionen in Werkstatttechnik, E-Mobilität und Ausbildung der Mitarbeiter enorm hoch seien.
Hinzu kommen weitere Belastungen, die die DAT nennt: Fachkräftemangel, Bürokratie, hohe Energiekosten und die Umstellung auf neue Antriebe. Besonders die Elektromobilität verändert das Geschäft. Mehr als die Hälfte der befragten Werkstätten gibt an, derzeit noch kaum Reparaturaufträge bei E-Autos zu haben. Gleichzeitig glaubt die Hälfte der Betriebe, dass ihnen durch die Elektromobilität Umsätze fehlen werden – etwa im klassischen Ölgeschäft.
Eine Stütze bleibt der bestehende Fahrzeugbestand. 65 Prozent der Werkstätten gehen laut DAT davon aus, dass der alternde Pkw-Bestand mit Verbrennungsmotoren weiter für eine hohe Auslastung sorgt.
Wenig Optimismus für 2027
Der Blick auf das kommende Jahr fällt entsprechend zurückhaltend aus. Nur jeweils 12 Prozent der markengebundenen Werkstätten und der freien Betriebe erwarten für 2027 bessere oder deutlich bessere Geschäfte als 2026.
44 Prozent der Markenwerkstätten und 47 Prozent der freien Betriebe rechnen mit einem ähnlichen Niveau. Einen leichten Rückgang erwarten 25 Prozent der Markenbetriebe und 29 Prozent der freien Werkstätten. Deutlich rückläufig sehen das kommende Jahr 15 Prozent der Markenwerkstätten und 9 Prozent der freien Betriebe.
Für das DAT-Barometer wurden im Auftrag der Deutschen Automobil Treuhand GmbH 413 freie und markengebundene Werkstätten online befragt. Der Befragungszeitraum lag zwischen dem 21. September und dem 12. Oktober 2026.










