„Gibt keinen Winter im bisherigen Sinn mehr“
Deutsches Skigebiet zieht die Reißleine
Aktualisiert am 31.10.2026 – 11:27 UhrLesedauer: 2 Min.
Player wird geladen
Die milden Winter machen Skigebieten in den Alpen zu schaffen. Ein Betreiber kündigt das Ende des Winterbetriebs an.
Zu milde Winter, wenig Schnee, steigende Kosten: Die Betreiber des Skigebietes am Kolben in Oberammergau in den Alpen haben entschieden, den Winterbetrieb einzustellen. Nach 15 Jahren Winterbetrieb soll die Piste nicht mehr präpariert und auch nicht mehr künstlich beschneit werden, hieß es in einer Mitteilung.
Ab der Saison 2019/2020 sei jeder Winter ein „Draufzahlgeschäft“ geworden. „Die Niederschläge kommen immer mehr als Regen denn als Schnee“, hieß es zur Begründung. „In unserem Wintereinzugsgebiet südlich Münchens und Augsburgs gibt es keinen Winter im bisherigen Sinn mehr.“ Das Wasser für die Schneekanonen durfte zudem wegen niedriger Wasserstände immer öfter nicht mehr aus der Ammer entnommen werden.
- Auf 3.000 Metern: Eiskalter Fund in den Alpen löst Staunen aus
- „So schwer kann das nicht sein!“: Fund in den deutschen Alpen löst Empörung aus
Alpenskigebiet: Hohe Verluste durch Schneemangel
Der Betrieb laufe daher auch im Dezember so weiter wie im Sommer, berichtete der Bayerische Rundfunk. Der Sessellift, die Sommerrodelanlage und die Kolbensattel-Hütte seien zu den gewohnten Zeiten geöffnet. Das Portal „alpin.de“ berichtete, bei ausreichender natürlicher Schneelage könnten Skitourengeher und andere Wintersportler das Gelände weiterhin eigenverantwortlich nutzen. Am unteren Hang sollen außerdem die separat betriebenen kleinen Wank-Schlepplifte weiterhin Wintersport ermöglichen, sofern die Bedingungen es zulassen.
Allein in den vergangenen drei Wintern beliefen sich den Angaben zufolge die Verluste insgesamt auf etwas mehr als eine Million Euro. Die Talstation des Skigebiets mit einem Sessellift und einigen Schleppliften liegt auf 850 Metern, die Bergstation auf 1.270 Metern. Die Tage beziehungsweise Stunden mit Minustemperaturen, zu denen sinnvoll Kunstschnee hergestellt werden könne, würden weniger, hieß es.
Klimawandel bedroht Skigebiete in den Alpen
Zuletzt waren immer mehr Skigebiete in den Alpen in wirtschaftliche Schieflage geraten. Am Jenner im Berchtesgadener Land seit der vergangenen Saison kein klassischer Skibetrieb mehr. In Italien musste Europas letztes Sommerskigebiet, das Stilfser Joch auf 3.450 Metern Höhe, bis auf Weiteres den Betrieb einstellen. Auch diese Entscheidung wurde mit ungünstigen Schneeverhältnissen begründet. Schneemangel gibt es auch in der Schweiz: Dort musste das Skigebiet in Braunwald in der Schweiz seinen Betrieb einstellen.
In den vergangenen Jahren sind die Winter in Deutschland auch durch den Klimawandel zunehmend milder geworden. Dass Pisten künstlich beschneit werden müssen, ist für viele Skigebiete Alltag und mit hohen Kosten verbunden.









