Geschwister-Scholl-Platz München
„Gen Z regelt“-Demo friedlich – 4.000 Menschen protestieren
31.10.2026 – 19:39 UhrLesedauer: 3 Min.
Tausende junge Menschen sind dem Aufruf von „Gen Z regelt“ gefolgt und haben in München für mehr Generationengerechtigkeit protestiert. Bei der Kundgebung blieb zunächst alles friedlich.
„Was geht Gen Z?“, ruft die erste Rednerin an diesem Nachmittag von der Bühne auf dem Geschwister-Scholl-Platz herab. Vor ihr haben sich einige tausend Menschen versammelt – die meisten jung, viele mit Wut im Bauch und einige mit Schildern in der Hand.
„Für unsere Zukunft“, steht auf einem Plakat. Auf einem anderen: „Geht selbst an die Front.“ Und ganz vorne an der Bühne haben einige Jugendliche ein Banner entrollt, auf dem das Motto der heutigen Demonstration vor der Ludwig-Maximilians-Universität steht: „Wir sind jung, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft raubt.“
4.000 Teilnehmer bei „Gen Z regelt“-Demo in München
Circa 4.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind laut der Münchner Polizei dem Aufruf des Bündnisses „Gen Z regelt“ gefolgt, um an dem bundesweiten Aktionstag in München zu protestieren. Bei der Kundgebung vor der Uni bleibt zunächst alles friedlich. Nach den Reden setzt sich dann ein Demozug in Bewegung, der über die Leopoldstraße zur Münchner Freiheit und wieder zurück zieht.

Im Vorfeld der Kundgebung waren die Sorgen groß, dass es im Rahmen der Jugendproteste zu Sachbeschädigungen und Gewaltexzessen kommen könnte – so wie zuvor in Frankreich und Italien. Auch in München haben sich einige Gewerbetreibende auf Ausschreitungen vorbereitet: In der edlen Maximilianstraße verbarrikadierten mehrere Ladenbesitzer ihre Schaufenster mit Spanplatten.
Dabei hatte sich „Gen Z regelt“ von Beginn an von Gewalt distanziert. „Unser Protest ist friedlich, ohne Ausnahme“, hieß es auf der Webseite des Bündnisses. Dort meldeten sich im Vorfeld mehr als 9.000 Menschen für die Versammlung an. Auf dem Geschwister-Scholl-Platz vor der Uni finden sich dann jedoch höchstens die Hälfte davon ein, um für mehr Teilhabe, bessere Bildung, gegen die Wehrpflicht und für ein stärkeres Engagement beim Klimaschutz zu demonstrieren.
„Gen Z regelt“ in München: Junge Menschen wollen Signal senden
„Ich bin hier, weil wir jungen Menschen keine Zukunft mehr haben“, sagt etwa Elma Sacirovic. Die 29-jährige Münchnerin hält ein Plakat in den Händen, das den Bundeskanzler als Clown zeigt. Dazu die Aufschrift: „Der Merz ist ein Scherz!“

Junge Menschen wie sie wollten mit dem heutigen Protest ein Signal an die Politik aussenden, sagt Elma Sacirovic. „Bei den Reformen, beim Klimaschutz und bei der Wehrpflicht ist die Jugend vergessen worden“, klagt sie. „Wir wollen keinen Krieg. Wir wollen eine friedliche, schöne und bezahlbare Zukunft.“










