Längst totgeglaubt
Gift-Affe taucht plötzlich in Häusern auf
31.10.2026 – 16:50 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein verschollen geglaubter Primat taucht plötzlich in Gärten und Häusern auf. Eine neue Studie bestätigt, was Retter seit Jahren dokumentieren.
Aufmerksame Inselbewohner haben mit Smartphones eine Primatenart gerettet, die seit den 1930er-Jahren als ausgestorben galt. In den vergangenen Jahren entdeckten Bewohner der indonesischen Insel Bangka den scheuen Bangka-Plumplori immer wieder mitten in ihren Siedlungen. Die indonesische Tierschutzstation Alobi konnte so über Jahre hinweg mehr als 90 lebende Exemplare einfangen. Eine neue Studie im Fachjournal „Spixiana“ bestätigt nun wissenschaftlich: Der Totgeglaubte lebt.
Primaten per Telefon gemeldet
Die Protokolle der Retter zeigen, wie die Zivilisation die Natur einholt. Die Tierschützer mussten für ihre Funde nicht in den unberührten Urwald aufbrechen. Stattdessen meldeten Inselbewohner die trägen Baumbewohner per Telefon, Whatsapp oder über soziale Medien. Die Helfer fanden die seltenen Primaten in Vorgärten, in Wohnhäusern, auf Straßen oder auf Stromleitungen. Erst die nachträgliche Auswertung dieser Rettungsberichte brachte Gewissheit für die Forschung.
„Der Bangka-Plumplori lebt noch“, bestätigt Mitautor Timon Glaw vom Wiener Aqua Terra Zoo im Haus des Meeres. Für die Wissenschaft ist die Datensammlung der Station Alobi ein Schatz von hohem Wert. Die kleinen Primaten bewegen sich extrem langsam durch das Geäst und gehören zu den wenigen giftigen Säugetieren der Erde. Die Drüsen an ihren Oberarmen produzieren ein Sekret, das sie bei Gefahr aufnehmen. In Verbindung mit dem Speichel des Primaten entsteht ein Giftstoff, der beim Menschen eine lebensgefährliche allergische Reaktion auslösen kann.
Bergbau zerstört Lebensraum
Doch ihr Lebensraum schwindet rasant. Illegaler Zinnbergbau und riesige Ölpalmplantagen vernichten die Wälder der Insel unaufhaltsam. Weil ihre natürliche Heimat schrumpft, flüchten die Tiere in die Dörfer der Menschen – und geraten dort in die nächste Falle. Die Wissenschaftler warnen: Ohne streng geschützte Rückzugsgebiete droht die gerade erst wiederentdeckte Art endgültig auszusterben.











